Barbara Rütting (l.) im Edgar-Wallace-Klassiker „Neues vom Hexer“.
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Barbara Rütting (l.) im Edgar-Wallace-Klassiker „Neues vom Hexer“.

Sie kämpfte für das Sterbefasten

Barbara Rütting ist tot: „Geierwally“ machte Politikerin und Aktivistin berühmt

Barbara Rütting ist tot. Als Schauspielerin und unermüdliche Politikerin bleibt sie unvergessen. Sie engagierte sich bis zuletzt für die Sterbehilfe.

  • Barbara Rütting ist tot. Sie verstarb im Alter von 92 Jahren.
  • Rütting wurde als Schauspielerin berühmt. 
  • Später fiel sie durch großes politisches Engagement auf.

Lohr am Main - Barbara Rütting ist tot. Die frühere Schauspielerin verstarb am vergangenen Samstag in einer bayerischen Klinik. Stolze 92 Jahre wurde Rütting alt. Das merkte man der bekennenden Vegetarierin aber bis zuletzt nicht an. Stets gut gelaunt und unermüdlich wird sie wohl vielen in Erinnerung bleiben. 

Barbara Rütting ist tot: Sie war Schauspielerin, Aktivistin und Politikerin

Trotzdem war es in den letzten beiden Jahren ruhig um Rütting geworden. Seit 2018 gab sie keine Interviews oder Vorträge mehr, nahm an keiner Demonstration teil. „Bei meinem ständigen Kampf für eine bessere Welt sind die schönen Dinge des Lebens leider zu kurz gekommen und meine Gesundheit hat gelitten“, zitiert die Mainpost aus einem alten Interview, „das wird jetzt anders. Ich will einmal nur Privatmensch sein.“ 

Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete sie als „eine engagierte Politikerin, die sich mit großer Kraft für ihre Überzeugungen eingesetzt hat. Besonders für den Schutz unserer Natur und der Tiere war sie eine hartnäckige Vorkämpferin." Indessen muss die Filmwelt um ein weiteres großes deutsches Schauspieltalent trauern.

Barbara Rütting verstirbt mit 92 Jahren: Bis zuletzt kämpfte sie für einen selbstbestimmten Tod

Bis zuletzt, und dafür meldete sie sich sogar noch einmal zu Wort, kämpfte Rütting für das Recht auf einen selbstbestimmten Tod. Es war ein Thema, das sie schon lange begleitete. Mit einer Petition warb sie schon vor einigen Jahren für das Sterbefasten*. Jeder Mensch solle sein Leben so bestreiten oder notfalls beenden, wie er das möchte, war ihre Forderung.

Barbara Rütting: Aktive Politikerin, die auch mal ungemütlich werden kann 

Als Politikerin konnte Barbara Rütting auch ungemütlich werden. Ihre ersten politischen Schritte nach der Schauspielkarriere machte sie zu Beginn der 80er-Jahre. Zusammen mit 30 Tierschützerin kettete sie sich an die Tore des Pharmakonzerns Schering, um gegen Tierversuche zu demonstrieren. Im selben Jahr trat sie den Grünen bei

Ihr Engagement in der Partei beendete sie aber kurz vor dem Jahrtausendwechsel. Joschka Fischers Zustimmung zum Bundeswehreinsatz im Kosovo-Krieg war für die Pazifistin untragbar. Sie verließ Bündnis 90/Die Grünen - bis 2003, dann wurde sie als Kandidatin der Chiemgauer Grünen in den Bayerischen Landtag gewählt

Barbara Rütting schmiss zweimal bei den Grünen hin

Zwar wurde Rütting 2008 wiedergewählt, trat diese Amtszeit aber nicht an. Die Landtagsarbeit erschien ihr sinnlos, sie legte ihr Mandat nieder. Kurz darauf verließ sie die Grünen erneut. Wieder war ein Kriegseinsatz sicherlich ein Grund. Die Partei stimmte dem Eingreifen in Afghanistan zu. 

Barbara Rütting gibt Mandat zurück

Außerdem gab es einen persönlichen Streit mit Renate Künast*, der dazu führte, dass Barbara Rütting ihre Mitgliedschaft live im TV bei „Menschen bei Maischberger“ hinschmiss. Danach unterstützte sie die Partei „Mensch, Umwelt, Tierschutz“, ab 2016 die V³-Partei (Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer).

Barbara Rütting ist tot: Sie spielte in großen Anti-Kriegsfilmen

Schon zu Zeiten ihrer Schauspielkarriere deutete sich an, dass sich Rütting nicht vor politischen Themen scheut. Sie spielte insgesamt 45 Hauptrollen, darunter Antikriegsfilme und gesellschaftskritische Werke wie „Die letzte Brücke“, „Canaris“„Stadt ohne Mitleid“, oder ihr preisgekröntes Debüt-Stück „Geierwally“.

Vor kurzem musste sich die deutsche Filmwelt bereits von Hans Prescher verabschieden. Der ehemalige HR-Intendant wirkte bei zwei Oscar-Werken mit und gilt als Erfinder des ARD-“Tatort“. Survival-Legende Rüdiger Nehberg und Bond-Girl Honor Blackman sind ebenfalls tot.

Auch Andrew Jack ist verstorben. Der 76-Jährige erlag den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung. Er wurde als „Star Wars“-Schauspieler bekannt, prägte davor im Hintergrund die „Herr der Ringe“-Trilogie. Auch Serien-Star Logan Williams ging in dieser Woche von uns. Der Superhelden-Darsteller wurde nur 16 Jahre alt.

Ein weiterer herber Verlust für die Film- und Theaterwelt: Der beliebte Münchner Schauspieler stirbt an den Folgen eines Unfalls.

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