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Roland Kaiser

Interview

Roland Kaiser - das bedeutet Familie für den erfolgreichen Sänger

Schlagersänger, Künstler, Pop-Musiker – für Roland Kaiser lassen sich viele Beschreibungen finden. Fest steht: Der 66-Jährige ist heute populärer denn je, lockt Zehntausende Fans von jung bis alt in seine Konzerte. Im Interview verrät er uns unter anderem, was Familie für ihn bedeutet.

Seit vielen Jahren lebt Roland Kaiser im westfälischen Münster, das er mittlerweile als seine Heimat bezeichnet. Am 15. März erscheint das neue Studio-Album „Alles oder Dich“. Wir haben mit dem Künstler, der zu den erfolgreichsten deutschen Sänger gehört, gesprochen. 90 Millionen Tonträger hat Kaiser laut eigener Homepage verkauft. Sein Hit „Warum hast du nicht nein gesagt?“ (09/2014) – gemeinsam mit Maite Kelly – wurde zum YouTube-Hit mit unglaublichen 100 Millionen Klicks.

Uns stand Roland Kaiser im Inteview Rede und Antwort.

Wie geht es Ihnen, Herr Kaiser?

Mir geht es sehr gut, danke. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben. 

Was unterscheidet den Roland Kaiser von 1980 mit Santa Maria und den Roland Kaiser von heute? 

Natürlich sind zunächst einmal 39 Jahre Leben hinzugekommen. Die Musik klingt heute anders als früher. Aber das muss sie ja auch. Ich selbst bin reifer, als Mensch auch entspannter, toleranter und bescheidener geworden.

Sehen Sie sich heute noch als Schlagersänger? 

Ich sehe mich als Sänger, der seine Texte singt. Wie man es dann bezeichnet, ist jedem selbst überlassen. Der eine sagt Schlager, der andere Pop-Schlager. Manchmal lese ich auch von Chansons, die ich singe. Das ist aber jedem selbst überlassen. Ich selbst habe nichts gegen das Wort Schlager. Man müsste das Wort aber erst einmal definieren, um es in einen richtigen Zusammenhang stellen zu können. Schlager ist ein Lied, das die Mehrheit der Menschen kennt. Also ist es ein Erfolgslied. Wenn dieToten Hosen beispielsweise einen Erfolgshit wie „Tage wie diese“ haben, dann haben sie einen Schlager geschrieben. Wir haben hier nur manchmal eine etwas verquere Sicht auf das Wort „Schlager“.

Welche Bedeutung hat für Sie der Schlager bzw. die Unterhaltungsmusik für die Gesellschaft?

Meine Kolleginnen sowie Kollegen und ich haben einen Unterhaltungsauftrag. Wenn wir Konzerte spielen, dann treten wir an, um die Menschen zu unterhalten und mit einem guten Gefühl nach Hause zu entlassen. Und wenn uns das Freude macht und dem Publikum auch, dann ist das natürlich wunderbar. Zudem helfen wir ein wenig dabei, dass die Besucher durch unsere Konzerte - nach einem stressigen Tag mit möglicherweise negativen Nachrichten aus dem Fernsehen oder der Zeitung - den Kopf freibekommen.

Foto: Sandra Ludewig

Stichwort Unterhaltung¨- die „Kaisermania“ in Dresden ist ja zu einem regelrechten Hype geworden. Könnten Sie sich so etwas auch für Münster vorstellen?

Wir spielen in diesem Jahr zum dritten Mal an einem Sonntag auf dem Domplatz in Münster. Zuletzt hatten wir 10.000 Zuschauer. Die werden wir hoffentlich auch dieses Jahr wieder haben. Für sonntags ist das eine gute Zahl (lacht). Nun ist Münster ja auch eine stark studentisch geprägte Stadt. Dass wir da diesen ungemeinen Zuspruch haben, das stimmt mich fröhlich.

Was unterscheidet Münster denn von Dresden?

In Münster spiele ich meinKonzert auf dem Domplatz, mitten im Zentrum der Stadt. In Dresden gebe ich mein Konzert am Elbufer mit Blick auf die Altstadt. Beide Konzerte sind Bestandteil einer Veranstaltungsreihe, in Münster ist es das Stadtfest, in Dresden sind dies die Filmnächte am Elbufer. Beides sind ganz besondere Spielstätten, die mich immer wieder begeistern. Familie ist das Wichtigste im Leben 

Trotz der Schwärmerei für Dresden – sind Sie in Münster schon zu einem Westfalen geworden? 

Ich lebe mit meiner Familie hier und finde diesen Ort wunderschön. Ich bin ja in Berlin geboren, aber auch ein Mensch, der dort leben kann, wo seine Familie lebt. Das ist ein wichtiger Punkt.

Foto: Sandra Ludewig

Was bedeutet Familie für Sie? 

Meine Frau und meine Kinder sind meine Familie. Und Familie ist unbestritten das Wichtigste in meinem Leben. 

Denken Sie nach den gesundheitlichen Rückschlägen vor einigen Jahren noch manchmal an die Zeit, in der es Ihnen nicht so gut ging? 

Ich bin ein Mensch, der nach vorne denkt und in Richtung Zukunft orientiert ist. Wenn ich Dinge politischer Natur betrachte, dann sind die Wurzeln natürlich wichtig. Doch privat schaue ich immer nach vorne.

Wenn Sie nach vorne schauen, was wird die Arena-Tour 2020 Neues bringen? 

Wir spielen natürlich wie immer die großen Erfolge der vergangenen Jahre. Dabei sind die Songs aber so arrangiert, dass sie in klanglicher Art ein neues Erlebnis darstellen. Und dann wird ein Großteil des neuen Albums, ich schätze sicherlich acht Songs, gespielt werden. Schließlich heißt die Tour ja „Alles oder Dich“, wie das Album auch. 

Die Texte Ihrer Songs sind zumeist sehr inhaltsstark. Schreiben Sie diese teils noch selbst? 

Nein, das mache ich schon seit einiger Zeit nicht mehr – zumindest nicht für meine Lieder. Ich wollte einfach mal andere, junge Texter schreiben lassen, die ein Stück von mir entfernt sind und eine andere Sicht auf mich haben. Dadurch fühle ich mich so ähnlich wie ein Schauspieler, der Rollen spielt bzw. interpretiert. Das ist eine spannende Aufgabe. Zudem bietet es den Reiz, mich mit Inhalten und Formulierungen auseinanderzusetzen, die ich so nicht geschrieben hätte. Das macht mir ebenfalls viel Spaß.

Vielen Dank für das Gespräch.

Randolf Leyk

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