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"Hambi Potter" hat die 250 Jahre alte Eiche seit etwa vier Monaten besetzt.

Streit vor Verwaltungsgericht Gelsenkirchen

Fällt die alte Eiche in Habinghorst noch vor dem Stichtag 29. Februar?

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Der Investor des Wohngebiets in Castrop-Rauxel hat ein Eilverfahren angestrengt, ob die Klage des BUND aufschiebende Wirkung hat - oder nicht. HambiPotter rechnet mit "heißen Tagen".

Update, 20. Februar, 15.45 Uhr

Die Alte Eiche steht vor entscheidenden Tagen: Es könnte sein, dass sie noch im Februar gefällt wird. Ab Anfang März ist das nicht mehr möglich, denn dann beginnt die gesetzliche Schutzfrist zum Fällen von Bäumen. Auch Besetzer Johannes alias HambiPotter und die Mitstreiter, die 250 Jahre alte Eiche erhalten wollen, rechnen mit heißen Tagen bis zum 29. Februar. 

"Dreigrund" will offenbar Fakten schaffen

Das liegt vor allem an einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen: Dort verhandeln Fach-Juristen gerade, ob die Klage des BUND gegen die 2019 erteilte Fällgenehmigung der Stadt an den Investor Dreigrund aufschiebende Wirkung hat oder nicht. Der Investor, der hier das Wohngebiet „Wohnen an der Emscher“ entwickeln und die Eiche dafür fällen möchte, will offenbar Fakten schaffen. Man würde die Stieleiche wohl gern noch vor dem Beginn der Schutzfrist fällen lassen. Darum hat er diese Prüfung in einem Eilverfahren in Auftrag gegeben.

Die bisherige Berichterstattung vom 15. Januar:

Im Streit um eine gewaltige Eiche in Castrop-Rauxel, die einem Neubaugebiet weichen soll, will der Investor zunächst den Ausgang eines Gerichtsverfahrens abwarten.

Die Naturschutzorganisation BUND hat beim Oberverwaltungsgericht in Münster ein Normenkontrollverfahren gegen den Bebauungsplan der Stadt in die Wege geleitet. Wann darüber entschieden wird, steht noch nicht fest. "Dann gucken wir mal, was da rauskommt", sagte Torsten Velhorst, Geschäftsführer der Dreigrund Development.

Castrop-Rauxel: Der 250 Jahre alte Baum soll gefällt werden

"Wir verhalten uns die ganze Zeit absolut gesetzestreu", betonte er. Der Bebauungsplan sei zusammen mit der Stadt entwickelt worden, eine große Ratsmehrheit habe den Plan dann verabschiedet. Für 250.000 Euro gebe es Ausgleichsmaßnahmen. Die Idee, eine Fläche mit der Eiche zu erhalten, lehnt er weiterhin ab. Er sehe auch keine Veranlassung, einen neuen Bebauungsplan aufzustellen.

Der etwa 250 Jahre alte Baum soll gefällt werden, um Platz zu machen für ein neues Wohngebiet im Stadtteil Habinghorst. Der Bebauungsplan wurde im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit vom Stadtrat verabschiedet. Viele Bürger wollten sich damit nicht abfinden und kämpfen seitdem hartnäckig für den Erhalt des Baumes. Seit Ende September hält der 22 Jahre alte Aktivist "Hambi Potter" den Baum besetzt. (mit dpa)

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