4000 Euro Beute

Überraschendes Geständnis im Prozess um Kioskeinbruch

Castrop-Rauxel - Zwei Jahre nach dem Einbruch in einen Kiosk in der Castroper Altstadt ist ein 35-Jähriger heute zu Gefängnisstrafe von 11 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Strafmildernd wirkte sich das überraschende Geständnis des Angeklagten aus, der vor Gericht kein Unbekannter ist.

DNA-Spuren hatten mehr als zwei Jahre nach einem Einbruch in einen Kiosk in der Castroper Altstadt einen 35-Jährigen ins Visier der Fahnder gebracht. Doch der Angeklagte konnte sich in der Hauptverhandlung vor Gericht Ende November an nichts erinnern. Er habe ein riesiges Drogenproblem und dadurch nicht den Funken einer Erinnerung, sagte er vor drei Wochen.

Die Fotos, die dem Richter vorlagen, Abzüge aus einem Überwachungsvideo, waren zu unscharf, um die darauf festgehaltene Person - oder Personen - identifizieren zu können. Und auch das Foto, das dem Kiosk-Betreiber damals zugespielt wurde, den Angeklagten mit einem Haufen Münzen zeigte, weckte keine Erinnerung.

Geständnis gleich zu Beginn des zweiten Verhandlungstages

Doch gleich zu Beginn der Fortssetzungsverhandlung überraschte der 35-Jährige mit einer Aussage. "Ich will es nicht mehr bestreiten", sagte er. "Ich habe das Geld mit einem Freund auf das Konto von dessen Mutter eingezahlt und später in Scheinen wieder abgehoben."

Rund 4000 Euro seien es gewesen, von denen der Kumpel und Dealer, der ihn stets mit Drogen versorgte, einen ordentlich Batzen kassiert habe. Überhaupt habe er zur Drogenbeschaffung viel Mist gebaut. 21 Vorstrafen sprechen eine deutliche Sprache. Deutlicher als beim vorhergehenden Termin waren auch die Bilder der Überwachungskamera.

Videoaufnahmen identifizieren Täter eindeutig

Das Video, im Gerichtssaal abgespielt, zeigte den Angeklagten ziemlich klar. Und dieser gab auch zu, sich zu erkennen, wunderte sich sogar, dass er bei diesem Einbruch ohne Handschuhe agiert hatte.

Ein Versäumnis, das den Fahndern half, denn nur so konnten die Blutspuren von einer Handverletzung an den demolierten Glücksspielautomaten landen, die den Angeklagten nun überführt haben.

Der Staatsanwalt wertete in seinem Plädoyer das Geständnis als strafmildernd, die zahlreichen einschlägigen Vorstrafen dagegen als strafschärfend. Unter Berücksichtigung von zwei weiteren Strafen forderte er eine Gesamtbewährungsstrafe von elf Monaten. Der Richter schloss sich an und gab der Hoffnung Ausdruck, dass der 35-Jährige seine Therapie durchsteht und clean bleibt.

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