Amtsgericht

Erst Geschubse, dann Faustschläge ins Gesicht

Castrop-Rauxel - Ein 27-Jähriger soll seine Ex-Partnerin geschlagen haben. Er bestreitet die Tat vor dem Amtsgericht, doch es war scheinbar nicht der erste Streit des Paars, der körperlich endete.

Die Aussage: "Er hat ihr einen in die Fresse gehauen", ist zugegeben etwas derb. Aber eindeutig. Staatsanwaltschaft, der Anwalt der Nebenklägerin wie auch der Richter im Amtsgericht waren am Ende der Hauptverhandlung von der Schuld des Angeklagten überzeugt.

Der 27-Jährige hatte zuvor bestritten, seine ehemalige Lebensgefährtin und Mutter seiner beiden Kinder geschlagen, mit Fausten traktiert zu haben. "Es war ein Geschubse, mehr nicht", hatte er betont. Hatte geschildert, dass man an jenem Abend Ende April mit Nachbarn im Garten um ein Feuer gesessen und etwas gefeiert habe. Man habe Alkohol getrunken, er Bier, die Lebensgefährtin Cocktails mit den Nachbarn.

Frau soll ihn gebissen haben

Wie so oft sei es zwischen dem Paar zu Streitigkeiten gekommen. Erst verbal, dann tätlich. "Jetzt bin ich davon überzeugt, dass sie mich abservieren wollte", sagte der Angeklagte. Die Frau habe ihn während der Rangelei gebissen, dennoch habe er nicht zugeschlagen.

Das beschrieb die Geschädigte und Nebenklägerin völlig anders. "Er hat an meinen Haaren gezerrt, mich zu Boden geworfen und geschlagen", sagte die 29-Jährige. Erst im Garten, dann im Keller. "Ich bin vor die Waschmaschinen geflogen und auch meine Jacke ist zerrissen", so die Frau.

Zwei Zeugen

Erhärtet wurden ihre Aussagen von zwei Zeugen. Nachbarn, die ebenfalls im Garten gesessen und gefeiert hatten. "Nebenan wurde geschrien und gehauen", schilderte ein 31-Jähriger die Lage. Da sei er auf den Gepäckträger eines Fahrrades gestiegen, das am Zaun lehnte, um hinüber zu blicken. "Ich habe genau gesehen, dass er die Frau im Keller zwei Mal geschlagen hat", sagte er aus. Während er bereits die Polizei informierte, war sein Cousin, der die derberen Worte wählte, auf das Rad geklettert und hatte im beleuchteten Nachbarkeller drei Faustschläge beobachtet.

Die Folgen, Prellungen der Nase und im Gesicht sowie Quetschungen an den Oberarmen, sind im Attest aufgelistet, das der behandelnde Arzt noch in derselben Nacht im Rochus-Hospital erstellte.

Richter greift hart durch

"Der Sachverhalt entspricht der Anklage und wurde durch die Zeugenaussagen bestätigt", fasste der Staatsanwalt in seinem Plädoyer zusammen. Er forderte, die Körperverletzung mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 15 Euro zu ahnden. Doch der Richter griff härter durch. Er verhängte eine Bewährungsstrafe von 10 Monaten. Seine Erklärung: Geldstrafen in der Höhe werden bei Ladendiebstählen verhängt. Bei körperlichen Misshandlungen kann es da nur eine Freiheitsstrafe sein."

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