Amtsgericht

Häftling muss wegen gefundenem Haschisch wieder vor Gericht

Castrop-Rauxel - Ein Häftling hat in der JVA Haschisch gefunden und behalten. Das hat ihn vom offenen in den geschlossenen Vollzug gebracht. Hinzu kam dann noch ein Prozess.

Rückblickend war die Tat ziemlich dumm: Für neun Gramm Haschisch handelte sich ein 36-Jähriger anstelle von zwei Restmonaten im offenen Vollzug im Meisenhof zwei Monate im geschlossenen Vollzug ein. Er wurde verlegt, weil bei ihm eben diese Menge an Betäubungsmitteln in der Zelle gefunden worden war.

Am Freitag saß der gelernte Metzger auf der Anklagebank und gab den Besitz unumwunden zu. "Ich hätte es besser abgegeben", sagte er rückblickend. Gerade wegen seines Rausch- und Suchtmittelverbots. Diese Sucht hatte ihn schon mehrfach straffällig werden lassen.

Haschisch aus der Heizung gepurzelt

Doch an diese neun Gramm sei er aus purem Zufall gekommen, schilderte der Angeklagte. Er sei in der JVA dem Reinigungstrupp zugeordnet gewesen. Hatte an jenem Morgen im Dezember 2017 den Gemeinschaftskeller säubern müssen. "Dabei ist das Haschisch aus dem Heizungsrohr gepurzelt", sagte er. "Ich habe es einfach behalten." Mit den genannten Folgen.

Seit Ende Februar ist er nun wieder auf freiem Fuß, hat jedoch aus anderen Verurteilungen noch offene Bewährungen. Weil er die Tat unumwunden eingeräumt hatte, er allerdings einschlägig vorbestraft ist, forderte die Staatsanwaltschaft eine weitere Bewährungsstrafe von sechs Monaten.

Richter verhängt Geldstrafe

Der Richter entschied anders und kam dem 36-Jährigen damit entgegen. Er verzichtete auf die Verhängung einer weiteren Haftstrafe und verhängte stattdessen eine Geldstrafe. Nicht ohne den Angeklagten zuvor informiert zu haben. "Ich will ihnen nicht Steine statt Brot bieten", sagte er. Für den Fall, dass der Angeklagte mit einer Geldstrafe überfordert sei. Doch der stimmte erleichtert zu.

Das Urteil: eine Geldstrafe von 1200 Euro, zu zahlen in Raten von 10 Euro. Das will der Angeklagte stemmen und sich zugleich beruflich umorientieren. Will das Metzgerbeil an den Nagel hängen und im wahrsten Sinne des Wortes umsatteln und Zweirad-Mechaniker werden.

Während er das Urteil direkt akzeptierte und auf die Widerspruchsfrist verzichtete, hat die Staatsanwaltschaft noch eine Woche Zeit, in Berufung oder Revision zu gehen.

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