Amtsgericht

Zwei angebliche Freunde haben mit der EC-Karte einer 30-Jährigen 1660 Euro verpulvert

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde: Zwei Freunde haben einer 30-Jährigen die EC-Karte gestohlen und sind damit auf Einkaufstour gegangen. Dafür mussten sie vor Gericht.

Zwei Freunde sollen einer 30-Jährigen die EC-Karte gestohlen, in zwei Aktionen insgesamt 1660 Euro abgehoben und die Karte danach unbemerkt zurück in die Handtasche der Frau gesteckt haben. Geschehen am Tag vor Heiligabend im vergangenen Jahr. Freitag, am dritten Verhandlungstag, ist nun ein Urteil am Castrop-Rauxeler Amtsgericht gefallen: Freispruch für den einen, eine Geldstrafe für den zweiten Angeklagten.

So war der fragliche Tag: Die 30-Jährige hatte die beiden Angeklagten am frühen Morgen des 23. Dezember 2017 am Bahnhof abgeholt, wo diese nach einer Kneipentour in Bochum ankamen. Nach einem kurzen Stopp in der Wohnung des ebenfalls 30-jährigen Angeklagten brachten der 32-jährige Freund und die Anzeigenerstatterin diesen zu einem Parkplatz, wo er seine Lebensgefährtin traf.

Bruder kann kaum Details nennen

Die beiden anderen fuhren in die Wohnung der 30-Jährigen, wo der jüngere der beiden Angeklagten gegen Mittag wieder hinzukam. In der Zwischenzeit will der 30-Jährige mit seiner Lebensgefährtin deren Bruder besucht haben. Der Bruder der Freundin hatte zwar das Datum konkret in Erinnerung, konnte über den Besuch ansonsten kaum Details benennen, sodass die eine genaue Erinnerung keine Entlastung, sondern vielleicht eine Gefälligkeit war.

Belastend wirkte sich dagegen eine Tonaufnahme aus. Die hatte die 30-Jährige, die bereits am Heiligabend bemerkt hatte, dass ihr Konto geplündert war, Wochen später aufgenommen. Die Bank hatte ihr Fotos der Videoüberwachung zur Verfügung gestellt von der vermummten Person, die am 23. Dezember ihr Konto erleichtert hatte.

Wiedersehen im ImbissAls sie den 30-Jährigen zufällig in einem Schnellimbiss traf, wo sie mit einer Freundin saß, fielen ihr übereinstimmende Details bei der Kleidung auf. Die beiden luden den Mann nach Hause ein. Es folgte ein langes, emotional geführtes Gespräch, mit dessen Aufzeichnung der Angeklagte einverstanden war. Darin bezichtigte die 30-Jährige den Angeklagten des Diebstahls der EC-Karte.

Und dieser gab in seinen Antworten Dinge preis, die nur ein Täter wissen konnte. Seine Erklärung, den Diebstahl nur zugegeben zu haben, um in Ruhe gelassen zu werden, zog nicht. Ebenso wenig die Beteuerung, unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden zu haben. An den PIN-Code zu kommen, sei zudem leider nicht schwer gewesen, so die Frau in ihrer Aussage. Sie haben diesen auf einem Zettel ebenfalls in der Tasche gehabt.

Angesichts dieser Beweislast verurteilte der Richter den 30-Jährigen, dessen Vorstrafenregister bereits einschlägige Taten aufweist, zu einer Geldstrafe von 2400 Euro und zur Erstattung der unterschlagenen 1660 Euro. Sein Freund wurde freigesprochen, aus Mangel an Beweisen.

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