Anleinpflicht und Sicherungspflicht

Frei laufende Hunde jagen Rehe in den Tod

Castrop-Rauxel - Drei Rehe sind im Castroper Holz von frei laufenden Hunden zu Tode gehetzt worden. Jäger und Förster appellieren jetzt an die Vernunft von Hundebesitzern. Und weisen auf zum Teil sehr happige Geldstrafen hin.

Der Anruf der Polizei am vergangenen Samstag ließ Jäger Nicolas Meininghaus aus allen Wolken fallen. Drei Rehe - ein zweijähriges Tier und zwei Jungtiere im Alter von wenigen Monaten - in seinem Pachtgebiet im Castroper Holz seien tot aufgefunden worden. Vermutlich auf der Flucht vor frei laufenden Hunden rannten die Rehe gegen einen Metallzaun und brachen sich das Genick. "Drei Tiere gleichzeitig, das ist schon sehr viel auf einmal", so Meininghaus im Gespräch mit der Redaktion.

Nicht querfeldein durch den Wald laufen

Immer wieder allerdings erlebe Meininghaus, dass Spaziergänger, auch mit Hunden, die Wege des Castroper Waldes verlassen und querfeldein durch den Wald spazieren. "Angeleint sind die Hunde dabei meistens nicht", so Meininghaus. In den meisten Wäldern gilt dabei die sogenannte Sicherungspflicht. Das heißt: Der Hund muss im Sichtfeld des Besitzers und jederzeit abrufbar sein. "Viele Hunde gehorchen aber nicht so gut, wie es notwendig wäre", sagt Meininghaus zu diesem immer wieder aufkommenden Thema.

Der Vorfall sei ein "Schlag ins Gesicht für alle ordentlichen Hundebesitzer", wettert Förster Matthias Klar vom Regionalverband Ruhr. Wenn man den verantwortlichen Besitzer erwischen würde, müsse dieser mit einer Geldstrafe zwischen 1000 und 1800 Euro rechnen.

Auch Lambertus Kramer, Vorsitzender der Jägerschaft Castrop-Rauxel, bittet alle Hundebesitzer darum, gerade in der jetzt beginnenden Brut- und Setzzeit Rücksicht auf Wildtiere in den Wäldern zu nehmen. "Da gehört der Hund an die Leine", sagt Kramer. Die Brut- und Setzzeit gelte vom 1. April bis zum 15. Juli.

Risiken für Wildtiere sind vielfältig

Die möglichen Risiken für die Tiere im Wald seien vielfältig. So reiche es manchmal schon, dass ein Hund ein fremdes Jungtier nur berühre. "Der fremde Geruch irritiert die erwachsenen Tiere und lässt sie eventuell den Nachwuchs verstoßen," so erklärt Kramer. Vertreibe der Hund brütende Vögel, bestehe wiederum die Gefahr, dass die Eier im Gelege auskühlen oder von anderen Tieren zerstört oder gefressen werden. Verstöße gegen die Brut- und Setzzeit werden in der Regel mit Bußgeldern geahndet. Kommt durch den Hund tatsächlich ein Tier zu Schaden, könnten laut Kramer vier- oder sogar fünfstellige Beträge fällig werden.

Im Fall der drei toten Rehe hat Nicolas Meininghaus im Übrigen noch "Glück im Unglück". "Ich bin sehr schnell informiert worden und es war draußen recht kühl", sagt er. So konnten die toten Rehe wenigstens noch verwertet werden.

Von Anleinpflicht und Sicherungspflicht

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