Astwurf-Prozess

Zeugen beschreiben den Angeklagten als "total betrunken"

Im Prozess um den gefährlichen Astwurf auf die Autobahn 45 haben mehrere Zeugen den Angeklagten als "total betrunken" beschrieben. Die Richter haben jedoch Zweifel an dieser Darstellung.

Der 22-jährige Asylbewerber aus dem Iran war in der Tatnacht zusammen mit drei Freunden auf dem Rückweg von Dortmund nach Castrop-Rauxel, als es in dem Nachtexpress zum Streit mit dem Fahrer kam. Weil die Gruppe offenbar mindestens eine Bierflasche kreisen ließ, hielt der Busfahrer an und alarmierte schließlich sogar die Polizei.

Geschah die Tat einfach aus Wut?

Die Beamten erklärten dem Angeklagten schließlich, dass er nicht mehr weiter mit dem Bus fahren dürfe, sondern zu Fuß den Heimweg antreten müsse. Aus diesem Grund, so Staatsanwältin Sandra Lücke, war der Angeklagte so wütend, dass er einen schweren Ast von der nahe gelegenen Brücke an der Rahmer Straße auf die Autobahn 45 schleuderte. Bei der gefährlichen Aktion wurde das Auto einer 32-jährigen Frau aus Castrop-Rauxel getroffen. Die Fahrerin erlitt einen Schock, konnte das Auto aber noch sicher auf dem Seitenstreifen abstellen.

Am Abend war viel Alkohol im Spiel

Dass der Angeklagte und seine Begleiter den ganzen Abend vor der Tat Alkohol getrunken haben, scheint unstrittig. Der 22-Jährige behauptet aber sogar, er sei so betrunken gewesen, dass er sich im Grunde an nichts mehr erinnern könne.

Einer seiner Freunde sprang ihm am Mittwoch in seiner Zeugenaussage vor Gericht bei. "Ich bin extra bei ihm geblieben, um ihn zur Not stützen zu können", behauptete der Zeuge. "Ich hatte Angst, dass er noch an der Bushaltestelle umfällt, deshalb sind wir schon mal eine Haltestelle vorgelaufen."

Video aus Bus liegt vor

Die Richter haben zuletzt jedoch das komplette Video aus der Überwachungskamera des Busses erhalten. Und auf diesen Bewegtbildern ist offenbar kein volltrunkener und schwankender Angeklagter zu sehen. "Was wir erkennen, ist jedenfalls niemand, der gleich umfällt", sagte der Vorsitzende Richter Peter Windgätter.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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