Barbecue

Diese Gefahren lauern beim Grillen: Fünf Experten-Tipps für Castrop-Rauxeler Grillmeister

Falscher Grillanzünder, poröse Gasschläuche, schlechte Fleisch-Qualität: Beim Grillen können einige böse Überraschungen warten. Damit das Barbecue kein Flop wird, hier die wichtigsten Tipps.

In Castrop-Rauxel wird es am Wochenende heiß: bis zu 26 Grad soll es am Samstag geben, der Sonntag knackt möglicherweise die 30 Grad. Für den Ruhrpottler das ideale Grillwetter, unter dem Sonnenschirm lassen sich ein kühles Bier und eine knackige Bratwurst besonders gut genießen.

Doch Achtung! Damit der Grillspaß kein böses Ende nimmt, gilt es, auf Hygiene und Sicherheit zu achten. Wir haben mit Experten gesprochen, auf was man achten muss.

1. Grillgut gut durchgaren

Die AOK Nordwest warnt, dass im vergangenen Jahr allein im Kreis Recklinghausen 903 Fälle von Magen-Darm-Infektionen behandelt werden mussten. Erreger verstecken sich hauptsächlich in Fleisch und Produkten aus rohen Eiern und können teils heftige Durchfallerkrankungen, Fieber und Erbrechen auslösen.

"Damit der Grillgenuss nicht krank macht, sollte das Grillgut stets gut durchgegart sein und wichtige Hygieneregeln beim Umgang mit Lebensmitteln beachtet werden", sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.

Um eine Infektion zu verhindern, sollte der Grillmeister die Hände gründlich waschen und Marinaden oder Verpackungen nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt bringen.

Da Erreger auch im Kühlschrank und auf gefrorenen Produkten überleben, sollte das Tauwasser sofort weggegossen werden. Schneidebretter, Teller oder Messer sind nach dem Kontakt mit rohem Fleisch gründlich zu reinigen und erst dann wieder für die Zubereitung anderer Speisen zu nutzen.

Auch Grillmeister Jörn Fischer betont: "Beim Einkaufen auch auf die Qualität des Grillgutes achten und nicht unbedingt das vormarinierte, von Fett triefende Billigfleisch nehmen. Da verbrennt die Marinade sehr schnell, ohne dass das Fleisch am Ende durchgebraten ist." Denn gut erkennen lässt sich das unter einer schwarzen Kruste nicht.

2. Nur im Freien grillen

Auch wichtig: Holzkohlegrills und Grillkohle dürfen nur im Freien verwendet werden. In Innenräumen können geruchslose Brandgase zu schweren Vergiftungen führen. Auch draußen sollte der Grill unüberdacht stehen, "um absolut sicher zu gehen", so Grillexperte Fischer.

"Solange man nicht mit offenem Feuer arbeitet, ist ein Schirm als Überdachung kein Problem", sagt er. "Doch gerade bei so gutem und heißem Wetter bietet sich der freie Himmel als einzige Überdachung an."

Ein weiterer Grund ist die Brandgefahr, die durch möglichen Funkenflug entsteht. "Doch eigentlich sollte nur beim Holzkohlegrill, und dann auch nur beim richtigen Anfeuern eine kleine Flamme entstehen", so Fischer.

Gasgrills sind ebenfalls nicht für das Grillen in Innenräumen zugelassen. Wer drinnen grillen möchte: unbedingt auf einen Elektrogrill zurückgreifen.

3. Brandgefahr durch falsche Anzünder

"Niemals einen Grill mit brennbaren Flüssigkeiten wie Benzin, Spiritus, Petroleum, Diesel oder Öl anzünden", sagt Jörn Fischer, der Deutsche Amateur-Grillmeister. Diese Stoffe bilden Gaswolken, die bei Entzündung explodieren und alle Umstehenden erheblich verletzen können.

Zur Anfeuerung der Holzkohle bieten sich Bio-Anzünder an, so Fischer. "Das können beispielsweise in Wachs getränkte Holzspähne sein." Ein Handföhn zum Kurbeln kann den Prozess beschleunigen. Für den Grillmeister gilt, wachsam zu sein und die Glut im Auge zu behalten. Keine Anzündhilfen sind Altholz, Papier und Co. - sie setzen bei Verbrennung giftige Stoffe frei.

Das wichtigste ist: Zeit mitbringen. Bis die Kohle glüht, kann es eine halbe Stunde und länger dauern - auch mit dem richtigen Anzünder.

4. Explosionsgefahr beim Gasgrill

Vorsicht ist bei Benutzung des Gasgrills geboten, denn hier besteht Explosionsgefahr. "Wichtig ist, vor Benutzung den Grill auf sicheren Stand zu prüfen und bei Bedarf die Schrauben nachzuziehen", erklärt Jörn Fischer.

Das gleiche gelte für Kohlegrills. "Und dann unbedingt die Verschraubungen und Leitungen auf Risse oder Löcher untersuchen, die sich über den Winter gebildet haben können."

Sollte ein Mangel bestehen, den Schlauch unbedingt austauschen. Achtung: Niemals mit Streichhölzern und Feuerzeug nach Löchern suchen, sondern mit Seifenwasser über die Anschlüsse und die Schläuche wischen. Bei Lecks bilden sich kleine Blasen.

Der Gasgrill soll nur bei geöffnetem Deckel angezündet werden, da sich sonst darunter Gas sammeln und es zu einer Explosion kommen kann.

5. Gute Vorbereitung ist alles

Im Endeffekt gilt: Gute Vorbereitung ist das A und O. "Sollten Sie alte Kohle vom Vorjahr nutzen wollen, prüfen Sie, ob diese wirklich trocken ist. Sonst haben die Nachbarn Spaß mit viel Qualm und Gestank", sagt Fischer.

Den Grill sollte der Grillmeister vor Beginn auf eine ebene Stelle stellen, mit ausreichend Abstand zu Gebüsch und Gebäuden. Fischer sagt: "Legen Sie sich Handschuhe und Zange zurecht, denn falls es einen Notfall gibt sind Sie geschützt und gut vorbereitet."

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