Baupläne am Alten Garten

Bolzplatz bleibt Zankapfel in der Koalition

Henrichenburg - Am Mittwochabend flogen in der Koalition aus SPD, Grünen und FDP dem Vernehmen nach wieder einmal die Fetzen. Der Bolzplatz in Henrichenburg ist dabei diesmal der Zankapfel der Koalitionäre.

In der Koalition herrscht mal wieder dicke Luft. Diesmal können sich SPD und Grüne nicht auf eine gemeinsame Marschroute einigen. Es geht immer noch um die künftige Wohnbebauung am Alten Garten in Henrichenburg. Dort soll in unmittelbarer Nähe der Grundschule Alter Garten eine Neubausiedlung mit rund 30 bis 40 Ein- und Zweifamilienhäusern entstehen.

Vor Wochen gingen Anwohner der Borghagener Straße mit Protest-Listen in die Öffentlichkeit - aus der Sorge heraus, ihre ohnehin stark befahrene Straße könnte zusätzlichen Verkehr nicht mehr vertragen. Jetzt haben sich die Sozialdemokraten und die Grünen wegen des Bolzplatzes an die Köpfe gekriegt.

Dieser Bolzplatz, der direkt an der Schule liegt, soll nämlich weg. Dafür ist eine Änderung des Flächennutzungsplanes notwendig. Und für die eigentliche Wohnbebauung braucht es einen Bebauungsplan. Geändert werden muss "Fläche für Gemeinbedarf" in "Wohnbaufläche".

Schulkinder wollen alten Bolzplatz behalten

Aber das ist nur baurechtliches Begleitgetöse. Den Kindern der Schule ist ihr Bolzplatz viel wichtiger. Deshalb haben die dritten und vierten Schuljahre Bilder gemalt und sie über die Vertreter aus dem Kinder- und Jugendparlament Bürgermeister Rajko Kravanja überreicht. Natürlich wollen sie ihren Bolzplatz gerne behalten. Der soll schöner sein als die Ersatzfläche, die den Kindern zur Verfügung gestellt werden soll - allerdings ein Stückchen weiter weg von der Schule.

Ohne den Bolzplatz könnte das Projekt kippen

Damit könnte aber das gesamte Wohnbauprojekt kippen. Nach Informationen unserer Zeitung soll der Investor gesagt haben, er brauche unbedingt auch das Bolzplatz-Stück dazu, über das gestritten wird. Sonst lohne das Projekt wegen der Erschließungskosten nicht. Pistole auf die Brust sozusagen. Schon in der letzten Sitzung des Bauausschusses in diesem Jahr sollte eigentlich über die Änderung des Flächennutzungsplanes beraten werden. Das wurde vertagt, weil es noch Redebedarf gab.

Den gibt es offenbar immer noch reichlich, bevor in der ersten Sitzung des Bauausschusses im Februar das Thema wieder auf der Tagesordnung erscheint und dann in einem Abwasch erledigt werden soll. "Wir werden dann auch Varianten für das Quartier um die Schule vorstellen", sagte der Technische Beigeordnete der Stadt, Heiko Dobrindt, auf Anfrage unserer Zeitung.

Grünen-Ratsherr kritisiert Bolzplatz-Standort als Sumpf

Grünen-Ratsherr Uli Werkle kritisiert am neuen Bolzplatz-Standort, dass es sich dabei um ein völlig versumpftes Gelände handele. Und mal eben am Flächennutzungsplan herumzuschrauben, sei aus Sicht der Grünen sowieso nicht zielführend.

Die CDU sieht das Thema übrigens auch kritisch. Ratsherr Josef Berkel sagt: "Wir wollen eine Untersuchung, wie das mit dem Verkehr hinhaut und Klarheit, was aus dem alten Baumbestand wird."

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