Beliebter Trampelpfad nun dicht

Leser verärgert - Stadt pflanzte Pfad zum Stadtgarten zu

Obercastrop. - Es war "sein" Spazierweg in den Stadtgarten, doch seit ungefähr einer Woche ist er versperrt: Die Stadt hat einen Trampelpfad zugepflanzt. Auf unsere Anfrage hin erklärt sie, warum das notwendig war.

Udo Krähl, Anwohner der Cottenburgstraße, ging immer so gern von Obercastrop aus der Brucknerstraße herunter über einen Fußgängerweg, überquerte die Straße "Am Stadtgarten" und war dann recht schnell auf dem Weg runter zum Parkbad Süd. Dabei verhalf ihm ein Trampelpfad durch eine Hecke hindurch am Straßenrand. Seit einer Woche geht das nicht mehr: Die Stadt bepflanzte die Lücke mit einem Strauch. Der Spaziergänger muss nun einen größeren Umweg in Kauf nehmen, klagt Krähl beim Besuch in unserer Redaktion, und sei von vielen anderen Leuten in der Umgebung angesprochen worden, die sich ärgern. "Die Bennertorbrücke haben wir schon verloren?", sagt er und fragt: Warum ist die Stadt hier nicht bürgernäher und unterstützt gelebte Praxis?

"Das Wort Trampelpfad erklärt schon vieles"

Genau das fragten wir die Stadt. Aus der Pressestelle erreichte uns am Donnerstagnachmittag schnell eine Antwort auf unsere Fragen. Maresa Hilleringmann antwortete: "Das Wort Trampelpfad erklärt schon vieles. Trampelpfade sind keine offiziellen Wege. Deshalb wurde die Lücke in dem begrünten Streifen wieder zugepflanzt."

Hätte man nicht einfach Pflastersteine oder etwas Schotter auftragen können? Die Stadt sagt: Nein. "Wollte man den Trampelpfad als Verbindung offiziell herrichten, wäre es mit einer simplen Pflaster-Schotter-Zuwegung leider nicht getan", so Maresa Hilleringmann. "Denn um der Verkehrssicherungspflicht in dem Fall nachkommen zu können, wären einige Maßnahmen erforderlich. Zum Beispiel müsste noch weiteres Grün rechts und links des Trampelpfads gerodet werden, damit man sicher die Straße überqueren und von Autofahrern rechtzeitig gesehen werden können. Auch eine Bordsteinabsenkung wäre vermutlich erforderlich, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten."

"Man kann nicht einfach 'ein Auge zudrücken'"

An dieser Stelle sei kein Weg vorgesehen. Man könne wegen der Verkehrssicherungspflicht nicht einfach "ein Auge zudrücken" und den Trampelpfad einfach so belassen. "Auch wenn 'durch die Büsche' manchmal eine Abkürzung wäre, ist es nicht zulässig. Die Stadtverwaltung rät allen Bürgerinnen und Bürgern, ausschließlich die verkehrssicheren Gehwege zu nutzen."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Nach dem Feuer in der Kinderwelt: Jetzt steht die Brandursache fest
Nach dem Feuer in der Kinderwelt: Jetzt steht die Brandursache fest
Riesen-Schaden nach Kinderwelt-Brand, Waltroper Parkfest startet, keine Spur vom Bochumer Ausbrecher
Riesen-Schaden nach Kinderwelt-Brand, Waltroper Parkfest startet, keine Spur vom Bochumer Ausbrecher
Umweltamt warnt vor Rußpartikeln in Oer-Erkenschwick - so sollen sich die Bürger verhalten
Umweltamt warnt vor Rußpartikeln in Oer-Erkenschwick - so sollen sich die Bürger verhalten
Emotionaler Ausnahmezustand: Säugling musste am offenen Kopf operiert werden 
Emotionaler Ausnahmezustand: Säugling musste am offenen Kopf operiert werden 
Schneller zu den Stars - das Stoffbändchen gibt es bereits jetzt
Schneller zu den Stars - das Stoffbändchen gibt es bereits jetzt

Kommentare