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30 Beschäftigte streikten

Real-Mitarbeiter erneut im Streik: Längere Wartezeiten für Kunden

Der Streik bei Real geht in die nächste Runde: An der Siemensstraße streikten 30 Mitarbeiter. Sie wollen gleiche Gehälter und eine Tarif-Rückkehr. Sie hatten prominenten Beistand.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Real sind weiterhin unzufrieden mit den Einstellungsbedingungen für neue Arbeitnehmer und deren Entlohnung. Dafür traten sie am Samstag in der Castrop-Rauxeler Filiale an der Siemensstraße in Habinghorst wieder in den Warnstreik.

Bürgermeister Rajko Kravanja unterstützte den Protest von rund 30 Mitarbeitern, die in den Arbeitsausstand traten. Das führte im Geschäft unter anderem zu längeren Schlangen an den Kassen.

Handzettel verteilt, um bei Kunden um Verständnis zu werben

Die Kunden des Geschäfts erhielten von Verdi gefertigte Handzettel, auf denen die Gründe für den Streik aufgeführt waren. Gemeinsam wolle man sich für einen allgemein Tarifvertrag einsetzen der Einkommen garantiert, von dem man heute und in Zukunft leben könne.

Der Arbeitgeber hatte sich Anfang Juni 2018 aus den Tarifverträgen verabschiedet. Löhne für neu eingestellte Mitarbeiter fallen seither laut Verdi um 23 Prozent geringer aus als für bestehendes Personal. 1260 Euro statt 1547 Euro brutto für eine Verkäuferin in 60-prozentiger Teilzeit - ein Rechenbeispiel. Real gehört (noch) dem Einzelhandelskonzern Metro AG, soll aber nach Recherchen von Fachmedien für Investoren "aufgehübscht" und verkauft werden.

Zentrale Protestkundgebung in Düsseldorf

"Wir verteilen Flugblätter und wollen auf uns und unsere Situation bei real aufmerksam machen", erklärte Betriebsratsmitglied Désirée Simon gegenüber unserer Redaktion.

Am Freitagnachmittag gab es eine Protestkundgebung in Düsseldorf. Auf der zentralen Streikversammlung kamen nach Medienberichten rund 4500 Beschäftigte zusammen.

18 Betriebe aus dem Einzel- und Großhandel im Bereich der Verdi Mittleres Ruhrgebiet waren zum Streik aufgerufen, darunter alle Real-Märkte, Primark, Kaufhof und Karstadt, Metro in Recklinghausen und einige Geschäfte der Kaufland-Kette.

Das sind die Forderungen der Gewerkschaft

Verdi fordert für den nordrhein-westfälischen Einzelhandel allgemein eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent, mindestens aber 163 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen nach Forderungen der Gewerkschaft um 100 Euro im Monat angehoben werden.

Darüber hinaus will Verdi die Allgemeinverbindlichkeit für die ihre Tarifverträge des Einzelhandels erreichen. Das bedeutet, dass Tarifverträge für alle Unternehmen und alle Beschäftigten verbindlich gelten - auch für Real-Märkte.

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