Casterix-Ferienprogramm

Das Casterix-Team feiert einen bunten 30. Geburtstag

Seit Montag läuft das Casterix-Ferienprogramm für Kinder - bereits zum 30. Mal. Koordinatorin Doris Spangenberg ist von Anfang an dabei. Sie weiß, dass Kindern eine Sache herzlich egal ist.

Unter dem Pavillon ganz hinten im Parkbad Süd tummeln sich die Kinder: Mit Trichtern hantieren sie, mit bunten Luftballons, Stiften und Sand. Zum 30-jährigen Bestehen von Casterix hat beim Ferienspaß fast jeder einen, man mag es kaum glauben, Knautschball. "Wer hätte gedacht, dass die noch so gut ankommen", sagt Claudia Wieser vom Marcel-Callo-Haus und schaut auf die mit Sand gefüllten Knetbälle. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Bastelecke so einen schattigen Platz hat.

Die siebenjährige Maryam ist jedenfalls begeistert: Vier kleine Knautschbälle streckt sie stolz in die Luft - jeder davon mit einem lachenden Gesicht versehen. Doch die Bastelecke ist längst keine Mädchen-Domäne. So präsentieren auch Jona (7) und Elias (6) ihre bunten Werke.

"100 Prozent bastelfrei"

Wer jedoch einen Blick in das Programmheft von Casterix wirft, stellt fest, dass es neben der laufenden Ferienspaß-Woche im Parkbad Süd und gemeinsamen Ausflügen auch ganz spezielle Angebote gibt: "Girls on Tour", heißt es da, "Nur für Jungs" oder "100 Prozent bastelfrei" - von wegen Genderwahn.

"Na klar gibt es das noch", bestätigt Doris Spangenberg, die seit 2000 hauptverantwortlich für das Programm ist. "Manchmal fühlen sich die Jungs einfach wohler ohne Mädchen." Und anders herum. Dabei soll es gar nicht so sehr um Aktionen gehen, die typisch für Jungen oder Mädchen seien. Vielmehr gehe es um das Unter-sich-sein.

Doris Spangenberg trägt ihr blaues Casterix-Shirt und Sonnenbrille. Lächelnd sitzt sie auf ihrer Bank am Eingang zum Parkbad. Dort können Eltern ihre Kinder in der laufenden Ferienwoche ab 8 Uhr abgeben und um 16 Uhr wieder abholen - erstmals ohne Anmeldung und für eine Tagesgebühr von 5 Euro. "Ich habe das Gefühl, dass heute viele gekommen sind, die noch nie dabei waren", sagt die Casterix-Koordinatorin. Mit dem Wochenpreis von 60 Euro habe man früher wohl einige ausgeschlossen.

Abenteuer-Geschichten

Die Kinder kehren immer wieder zu der kleinen Bank von Doris Spangenberg zurück. Sie erzählen von ihren Abenteuern, von kleinen Streitereien oder ruhen sich einfach kurz aus. Dann erkundigt sich Doris Spangenberg beiläufig, ob sie denn genug trinken würden, hört sich die aufregenden Geschichten an oder gibt den Kindern Tipps für den Tag.

"Wir haben schon einen großen Kundenkreis", sagt sie. Viele, die einmal selbst hier waren, würden nun mit eigenen Kindern wiederkommen. Und auch einige Casterix-Mitarbeiter würden ihr sagen: "Bei dir war ich doch auch schon im Ferienprogramm, Doris." Schließlich hat sie schon vor ihrer Aufgabe als Koordinatorin bei Casterix mitgemacht. 1983 hat Doris Spangenberg beim Ferienangebot angefangen - damals hieß es noch nicht Casterix. Der Name wurde erst 1988 eingeführt.

An die vielen Großprojekte erinnert sie sich: die Kinderspielstadt "Castropia" 2016 etwa, den lautstarken Fahrrad-Flashmob in der Innenstadt unter dem Motto "Radau", oder an die Ferien "Picassini Picassimo", während der im Parkbad Süd ein Mosaik entstanden ist, das man heute noch sehen kann. "In diesem Jahr haben wir keinen roten Faden", erklärt Doris Spangenberg: Hüpfburg, Kräutergarten, Bogenschießen, Rutschen, Fußballturnier - zurück zu Sport, Spiel und Spaß. Umso mehr freue sie sich, dass gleich am ersten Tag 110 Kinder gekommen sind; ab Dienstag kommen dazu noch die Schüler aus der Offenen Ganztagsschule.

Minigolf versus Computer

Organisatorisch anspruchsvoll sei das Internationale Feriencamp 2000 gewesen. Mit 175 Kindern aus Finnland und Polen ging es in den Movie Park. "Und wir haben nicht einen verloren", betont Doris Spangenberg.

Einige Programmpunkte haben festen Bestand im Heft. Traditionell zum Ferienende liefern sich nicht nur Casterix-Kinder an der Miniaturgolfanlage in Ickern ein Turnier. Den Wettbewerb habe es schon vor Casterix gegeben, erklärt Udo Sternemann vom Bahnengolfsportverein Castrop. Die Kinder haben jedoch einen entscheidenden Vorteil: Sie können während der Ferien zum vergünstigten Preis trainieren. Doch kann das Minigolf-Turnier neben Computer-Workshops mithalten? "Der Riesen-Andrang ist das sicher nicht", gibt Sternemann zu. Aber es gebe weiter Kinder, die sich in den Ferien intensiv aufs Golfen vorbereiten und einen gewissen Ehrgeiz entwickeln.

Digitalisierung spielt beim Ferienspaß also keine Rolle. "Ich habe heute noch kein einziges Handy gesehen", sagt Doris Spangenberg. Scheint, als habe sich an dem Erfolgsrezept in 30 Jahren nicht viel verändert. Nur die Frühbetreuung ab 8 Uhr sei für berufstätige Eltern dazugekommen. Kinder zu begeistern, damit lässt sich schwer kalkulieren. Manchmal tut es eben auch ein guter alter Knautschball.

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