Debatte

Breite Kritik an GmbH und an Gutachten für eine neue Wirtschaftsförderung

Der Aufbau einer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing war der Vorschlag des Gutachters. Nun war Markus Wessel Gast der Politik - und Zielscheibe der Kritik.

Gutachter Markus Wessel (ExperConsult) erläuterte der Politik im Ausschuss für Wirtschaftsentwicklung, warum seine favorisierte Lösung die beste sei - und löste Widerrede aus. "Wir brauchen zusätzliche Ressourcen und einen Neuanfang", hieß es von Wessel. Die Gründung einer GmbH, in der Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung, Veranstaltungs- und Tourismusmanagement zusammengefasst werden, sei "sehr erfolgsversprechend". Wessel: "Es ist kein Gefälligkeitsgutachten für irgendjemanden."

Da auch das Flächenmanagement einbezogen ist in das Gutachten, aber kaum noch Freiflächen zur Verfügung stehen, sagte Uli Werkle (Grüne) in der Debatte: "Das sind Dinge, die wir immer hören: Mehr Fläche, dann haben wir mehr Arbeitsplätze. Und Outsourcing, damit man flexibler wird." Er glaube, dass man mit regenerativen Energien Wertschöpfung erreiche. "Was soll eine GmbH leisten, wenn keine Flächen da sind?", fragte Harald Piehl (FWI) und meinte, man müsse die Abteilung Wirtschaftsförderung in der Verwaltung personell stärken, damit sie arbeitsfähig werde. Jan Cornely (CDU) sprach von einer "völlig verkürzten Darstellung" Wessels, wenn er sage: "Wir sind abgehängt, aber wenn wir eine GmbH gründen, überholen wir die anderen Städte. Lasst uns über Inhalte, nicht die Organisationsform sprechen."

"Ein Zeichen des Aufbruchs"

Nicole Orlob von der Gemeinde-Prüfungsanstalt (GPA), die das Gutachten begleitete, sagte: "Sie müssen schnell und handlungsfähig sein, sonst laufen Ihnen die anderen Kommunen weg." Castrop-Rauxel hinke hinterher. Es sei ein Zeichen des Aufbruchs, wenn man Strukturen verändere. "Wir haben noch nie eine solche Empfehlung ausgesprochen, aber hier ist alles klar: Gründen Sie eine GmbH!", so Orlob. Werkle konterte: "Den Personalabbau betreiben wir seit 2012 mit Beratung der GPA. Jetzt kommt die GPA und fragt sich, warum wir Personal abgebaut haben. Dieses Hin und Her kann ich so nicht akzeptieren."

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