Eintracht-Frankfurt-Fans versammelten sich in Habinghorst

Frankfurter Fußballfans sorgen für Großaufgebot der Polizei

Castrop-Rauxel - Ein Großaufgebot der Polizei musste am Samstagabend zum Real-Markt an der Siemensstraße im Castrop-Rauxeler Stadtteil Habinghorst ausrücken. Eine Gruppe von fast 50 Frankfurter Fußballfans hatte sich dort nach dem Bundesligaspiel auf Schalke versammelt. Man befürchtete eine Massenschlägerei.

Die Polizei in Recklinghausen war gegen 20 Uhr darüber informiert worden, dass sich am Real eine große Gruppe von Frankfurter Fans versammelt habe. Frankfurt hatte am Samstag am 34. Bundesliga-Spieltag auf Schalke gespielt und verloren und so die Chance auf eine Teilnahme an der Europa-League verspielt. Da die Polizei fürchtete, dass sich Teile der Frankfurter Fanszene, die durchaus für ihre Gewaltbereitschaft bekannt sind, dort zum Frustabbau zu einer organisierten Prügelei mit anderen Fangruppen verabredet haben könnten, rückte man mit einem Großaufgebot an Streifenwagen nach Habinghorst aus.

Vor Ort stieß man auf insgesamt 46 Fans, so ein Sprecher der Polizei am Sonntag. Die waren auf dem Rückweg vom verlorenen letzten Saisonspiel auf Schalke mit diversen Autos am Real-Markt abgebogen. Ob tatsächlich für eine Schlägerei, oder nur, um sich für die Rückfahrt zu proviantieren, konnte nicht geklärt werden. Die Polizisten nahmen auf jeden Fall die Personalien sämtlicher Frankfurter auf, stellten nach Mitteilung des Polizeisprechers "diverse Schlagwerkzeuge sicher", sprach Platzverweise aus und empfahl den Fans dringend, ohne Verzug und ohne weiteren Stopp nach Frankfurt zu verschwinden.

Spekulationen über Überfall oder Geiselnahme

Letztlich ein unspektakulärer Einsatz, der im Umfeld des Marktes und auf Facebook allerdings für wilde Spekulationen sorgte. Da war von einem Überfall auf den Real-Markt die Rede, sogar über eine Geiselnahme wurde wegen des Polizeieinsatzes spekuliert.

Frankfurter Fans sind in Castrop-Rauxel übrigens nicht gänzlich unbekannt. Schon im Jahr 2011 waren Eintrachtler nach dem letzten Abstieg ihres Teams aus der Bundesliga in Castrop-Rauxel unangenehm aufgefallen. Damals hatte ihr Verein im letzten Saisonspiel beim BVB eine 1:3-Schlappe kassiert.

Aggressives Auftreten in der Castroper Altstadt

Nach Auskunft der Polizei informierte damals ein Kneipenwirt aus der Altstadt am Spätnachmittag die Behörde, dass sich im Nachbarlokal rund 20 Besucher befänden, die der Hooligan-Szene zuzurechnen seien. Die Polizei traf einen Teil der Fans in und vor der Marktschänke an. Sie seien erheblich alkoholisiert und nach Schlägereien lädiert gewesen, so hieß es damals auf Anfrage unserer Redaktion von der Polizei. Gehweg und Fahrbahn seien außerdem mit Scherben übersät gewesen. Ermahnungen hätten nichts gebracht, so die Polizei in Recklinghausen, die wegen des aggressiven Auftretens der Gäste Unterstützungskräfte anforderte und auch bekam.

"Gegenüber den Kollegen waren die Männer äußerst aggressiv," erklärte ein Sprecher. Personalfeststellungen ergaben, dass die Hooligans der rechten Szene zuzuordnen sind. Weiter grölend zogen die Frankfurt-Fans damals Richtung Engelsburgplatz, wohin sie einen Bus für die Heimfahrt geordert hatten.

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