Elektrogeräte werden nicht mehr angenommen

EUV reagiert am Umweltbrummi auf neue Gesetzeslage

Castrop-Rauxel - Die Mitarbeiter des Umweltbrummi des EUV nehmen seit Jahresbeginn keine Elektrogeräte mehr an. Ein neues Gesetz ist dafür verantwortlich. Was steckt dahinter und wo kann man den Elektroschrott nun loswerden? Wir haben nachgefragt.

Elektrosachen dürfe man seit Jahresbeginn nicht mehr annehmen, erklärten Klaus Gilewsky und Dirk Heimann bei der Umweltbrummi-Tour in der vergangenen Woche erstaunten Bürgern. Die Abfallbeseitigungsgesellschaft Ruhrgebiet (AGR) und Stadtbetrieb EUV hätten sich entsprechend abgestimmt, sagten sie zur Erklärung. Und ernteten damit nachdenkliche Mienen bis Frust. Denn jeder zweite Bürger, der zum Umweltbrummi kommt, hat einen Fön, einen Staubsauger, einen Videorekorder oder eben ein Radio dabei. Die richtige Adresse, um den Elektroschrott loszuwerden, ist inzwischen nur noch der Recyclinghof in Pöppinghausen. Wer kein Auto hat, ist dabei auf den Bus angewiesen.

Sicherheitsgründe werden angeführt

Und wie kommt es, dass der Elektrokram nicht mehr am Umweltbrummi angenommen wird? "Aus Sicherheitsgründen", sagt Sabine Latterner vom EUV, würden bei der Schadstoffsammlung seit Anfang des Jahres keine mehr angenommen. Hintergrund sei das Elektro- und Elektronikgerätegesetz. "Das regelt, dass Elektrogeräte gesondert zwischengelagert werden müssen." Auf einem Brummi sei zwar noch ein Fön als Symbol drauf, die Umgestaltung des Fahrzeugs sei aber in Bearbeitung und werde in Kürze umgesetzt. "Um Missverständnisse künftig zu vermeiden," sagt Latterner. Grundsätzlich gilt, dass Elektrogeräte kostenlos auf dem Recyclinghof abgegeben werden können. Einmal im Jahr bietet der EUV außerdem den kostenlosen Service an, bis fünf Elektrogroßgeräte kostenlos vom EUV nach vorheriger Terminvereinbarung abholen zu lassen. Elektrokleingeräte, erklärt Latterner, könnten dann dazu gelegt werden.

Geräte können auch im Laden abgegeben werden

Und wer nur den Fön umweltbewusst entsorgen, aber keine Waschmaschine verschrotten oder ausschlachten lassen möchte? Der könne Staubsauger und Co. dann beim "Vertreiber", sprich im Geschäft loswerden, sofern seine Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte mindestens 400 Quadratmeter groß ist. Davon gibt es in unserer Stadt ja einige. Bleibt das Problem mit den Menschen, die nicht motorisiert sind. Und dann eben nicht zur ehemaligen Kippe nach Pöppinghausen fahren müssen, sondern etwa mit dem Bus nach Habinghorst zum Media-Markt. Aber eben auch dafür ein Ticket lösen müssen.

"Tonne auf, Ding rein, Deckel zu"

"Tonne auf, Ding rein, Deckel zu", kommentierte ein angefressener Bürger beim Einsatz auf Schwerin. Und meinte die Restmülltonne. Auch bei einem ausgeprägten Hang zum Getrenntsammeln und zur Rückgabe in den Wertstoff-Kreislauf gibt es ein Ende der Geduld. Die alte Dame mit dem Radio hatte Glück: Der Fahrer eines Fachbetrieb-Transporters, der vorbeikam, nahm das Ding mit.

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