St. Elisabeth Obercastrop

Pfarrer Franz-Josef Eckert: So feiert er am Wochenende sein Goldenes Priesterjubiläum

"Man muss heute offen, ehrlich, aber auch sachlich über alles sprechen": Das sagt Franz-Josef Eckert anlässlich seines Priesterjubiläums. Wie St. Elisabeth Obercastrop es Sonntag feiert.

Pfarrer Franz-Josef Eckert feiert an diesem Wochenende sein Goldenes Priesterjubiläum: Es ist am Sonntag, 16. Juni, um 11 Uhr in einem Festhochamt in seiner langjährigen Pfarrkirche St. Elisabeth Obercastrop. Hauptzelebrant ist Dechant Norbert-Johannes Walter. Anschließend findet in und am Gemeindehaus eine offene Begegnung statt. Die Kollekte des Festgottesdienstes kommt pastoralen Projekten in den beiden Gemeinden St. Elisabeth und St. Marien zugute.

Der katholischen Kirche stehen nach Einschätzung von Altdechant Eckert weitreichende Reformschritte bevor. "Beim Zölibat besteht Handlungsbedarf", erklärte der langjährige Pfarrer von St. Elisabeth Obercastrop jetzt in einem Interview aus Anlass seines Goldenen Priesterjubiläums am 15. Juni.

"Dort ist der Priestermangel noch viel gravierender"

Wörtlich sagte der Geistliche: "Die im Oktober bevorstehende Synode in Lateinamerika wird das Thema ernsthaft diskutieren. Dort ist der Priestermangel noch viel gravierender als bei uns. Und es steht die Frage im Raum: Können wir die Christen ohne Eucharistie im Stich lassen, nur um den Zölibat zu erhalten."

Gleichzeitig zeigte Eckert Verständnis für die Initiative Maria 2.0 der katholischen Frauen. Er könne die Frauen verstehen und fügte hinzu: "Ich glaube, man muss heute offen, ehrlich, aber auch sachlich über alles sprechen. Man darf keinem den Mund verbieten und sagen ,Das Thema ist beendet'." Gleichzeitig bezweifelte der Geistliche allerdings, dass der Aufruf zum Gottesdienststreik der richtige Weg sei.

Auf sein Wirken in Obercastrop und Merklinde blickt Eckert, der seit seinem Ruhestand 2015 in der Altstadt wohnt, mit Genugtuung und Zufriedenheit zurück. "Es war nicht nur meine längste, sondern auch meine schönste Zeit", unterstrich er.

"Wir wurden kritisiert, dass wir zu große Gebilde geschaffen hätten"

Gleichzeitig verteidigte der 73-Jährige die Strukturreform der Gemeinden in Castrop-Rauxel während seiner Amtszeit als Dechant (1992 bis 2006). Dazu unterstrich er im Interview: "Wir wurden damals kritisiert, dass wir viel zu große Gebilde geschaffen hätten. Heute zeigt sich dieser Schritt als Segen." Die zwei Einheiten seien nicht zu groß, die Nähe zu den Menschen noch da.

"Die Trennung in Nord und Süd war richtig", so Eckert. "Eine Pfarrei für die gesamte Stadt wäre für mich nicht vorstellbar. Ich hoffe, wir werden im Süden auch eine gute Großpfarrei sein. Die bestehenden Gemeinden als Orte des Glaubens und Lebens sollten weiterbestehen. Das hängt aber vom Engagement der Menschen ab."

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