Fahndungserfolg

Einbrecherbande mit Vorliebe für Pfarrhäuser von Polizei verhaftet

Die Polizei hat nach monatelangen Ermittlungen eine mutmaßliche Einbrecherbande festgenommen. Die Verdächtigen sollen auch den Tresor aus dem Henrichenburger Pfarrhaus gestohlen haben.

Den Mitgliedern wird vorgeworfen, seit etwa September 2017 in NRW und Niedersachsen rund 20 Einbrüche begangen zu haben. Dabei hatten es die zwei Männer (27 und 43 Jahre alt) und eine Frau (47 Jahre alt) hauptsächlich auf Pfarrhäuser abgesehen.

So geht auch der Einbruch in das Pfarrhaus der katholischen Kirchengemeinde am Alten Kirchplatz in Henrichenburg vom 15. Juli wohl auf das Konto der Bande. Die Eindringlinge hatten hier an einem Sonntagmorgen den Tresor aus der Wand gebrochen und waren damit geflüchtet.

Aber auch die Häuser älterer Frauen standen im Fokus der Einbrecher.

Opfer mit Messer bedroht

In Mülheim hatte eine 83-Jährige die Einbrecher in ihrem Haus überrascht. Sie wurde geschlagen, mit einem Messer bedroht und in ihr Bad gesperrt. Die Täter entkamen. Ähnlich brutal soll die Bande in Dortmund vorgegangen sein. Hier trafen die Einbrecher auf einen Pfarrer, der zu seinem Haus zurückkehrte. Als dieser flüchten wollte, schlugen sie mit Fäusten und einem Schraubenzieher auf ihn ein. "Diese Delikte werden als schwerer Raub gewertet", sagt Ramona Hörst, Pressesprecherin der Polizei in Recklinghausen.

Entscheidende Hinweise kamen von Zeugen

Monatelang hatte die Ermittlungskommission "Phönix" aus Recklinghausen gegen die Tatverdächtigen ermittelt. Die letztlich entscheidenden Hinweise gaben zwei Zeugen nach einem Einbruch in ein Pfarrhaus in Datteln am 11. März. Sie meldeten das Kennzeichen und gaben eine Beschreibung der Personen, die Gegenstände aus dem Pfarrhaus getragen hatten.

Beim Austausch mit anderen Polizeibehörden kam heraus, dass vier Tage zuvor dasselbe Auto auch Polizisten in Hagen aufgefallen war. Sie kontrollierten das verdächtige Fahrzeug und konnten den Ermittlern in Recklinghausen wichtige Informationen liefern. "Das ist ein schönes Beispiel, wie man mit Zeugenhinweisen einen roten Faden aufnehmen kann", so Hörst weiter.

Einbruch zu Gottesdienstzeiten

Die Einbrecher gingen oft nach dem gleichen Muster vor. Sie kundschafteten Tage vorher die Häuser aus und informierten sich über die Zeiten der Gottesdienste. Dann kehrten sie am Wochenende zurück. Sie besuchten kurz die Gottesdienste oder klingelten an den Häusern, um sicherzugehen, dass man ungestört bleibt. Dann hebelten sie Fenster auf, durchsuchten die Räume, brachen Schränke und Schubläden auf und machten sich an Tresoren und Geldkassetten zu schaffen.

Am 16. August wurden die beiden Männer und die Frau in Gelsenkirchen festgenommen. Bei Durchsuchungen ihrer Wohnungen fanden die Ermittler mögliches Diebesgut, Uhren und Schmuck mit christlichen Symbolen. Die Auswertung der sichergestellten Gegenstände dauert noch an. Drei weitere verdächtige Personen werden noch überprüft. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bochum kam das festgenommene Trio in Untersuchungshaft.

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