Familien-Erlebnistag

Wo Wasserbüffelweiden und Streuobstwiesen entstehen sollen

Dort, wo die Emscher unter dem Rhein-Herne-Kanal hindurchfließt, fand am Samstag ein Familien-Erlebnistag statt. Bürger konnten den geplanten Natur- und Erlebnis-Wasserpark kennenlernen.

Über 100 Jahre war die Emscher ein stinkender Abwasserkanal. Bald soll an der Stelle, wo das neue Wasserkreuz entstanden ist, ein Freizeit- und Ökologiegebiet gebaut werden. 2020 soll es so weit sein. Wie der neue Emscher-Erlebnis-Wasserpark aussehen soll, stellte die Emschergenossenschaft am Samstag bei einem Familien-Erlebnistag vor.

Schon von Weitem lockte der Bezirksverband der Kleingärtner Castrop-Rauxel/Waltrop die Besucher optisch an.

Das blaue Band der Emscher

300 blaue Astern bildeten das blaue Band der Emscher nach. Stephan Bevc hatte mit seinen Gartenfreunden über 100 Obstkisten zum Bepflanzen mitgebracht. "Bau dir deinen eigenen kleinen Garten" forderte ein Hinweisschild auf. Mit Kohlrabi, Schnittlauch, Rucola oder bunten Blumen konnten Kinder ihren Minigarten gestalten und mit nach Hause nehmen. Der Imkerverein Castrop-Rauxel hatte nicht nur Honig zur Verkostung mitgebracht.

Bei einem Spaziergang konnten Fans von Schmetterlingen heimische Arten entdecken.

Utopie wird jetzt Wirklichkeit

Nicht nur Flora und Fauna am Wasser, auch das Leben im Wasser wurde von der "Biologischen Station östliches Ruhrgebiet" gezeigt. In einem Aquarium tummelten sich drei amerikanischen Sumpfkrebse, die nicht mit dem heimischen Edelkrebs zu verwechseln seien, sagten Antonia Hammer und Lothar Blödow. Nachdem Landschaftsarchitektin Dr. Martina Oldengott den Auftrag bekommen hatte, mehrere Projekte in Sachen Gestaltung des Boulevards auf die Beine zu stellen, sah sie sich einem Problem gegenüber: "Alles durfte kein Geld kosten", sagte sie. Also stellte sie sich die Frage: "Was wäre, wenn Kinder und Jugendliche einen Erlebnis-Wasserpark erfinden dürften?" Was sich vor fünf Jahren nach Utopie anhörte, wird jetzt Wirklichkeit.

Mit Diplom-Ökonomin und Autorin Dr. Sarah Meyer-Dietrich ließ sie in der Agora wöchentlich Workshops stattfinden. 70 Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 22 Jahren ließen ihren Visionen freien Lauf. Ihre Vorschläge schrieben sie in zehn Geschichten nieder. "Die Geschichte wurde Woche für Woche weitergeschrieben", sagte Dr. Meyer-Dietrich.

Dabei gehe es nicht nur um Gestalt und Form des Erlebnisparks. Die Geschichten wurden "am Fluss entlang geschrieben." Klimawandel, Hochwasser oder Spurenstoffe im Wasser sind Themen, mit denen sich die Autoren auseinandersetzten. Ein deutsch-russischer Comic, ein Theaterstück und ein Hörspiel seien in dieser Zeit entstanden. Letzteres wurde sogar im Radio übertragen - gesprochen von den Jugendlichen selbst.

Entlang des Emschertalwegs, der am "Alten Turm" beginnt, wird es Streuobstwiesen, ein Bienenhaus, einen Weinberg, einen Wassergarten, ein Gutshaus und eine Wasserbüffelweide geben. "Einige Kinder und Jugendliche, die bei der Planungsentwicklung dabei waren, möchten im Emscherpark arbeiten", sagte Oldengott.

Konkret habe die 22-jährige Samira ein Studium absolviert, dass sie auf die Arbeit an der Emscher beruflich einsetzen möchte. Landwirt, Gemüse- und Obstbauer, Imker oder Winzer sind nur einige Berufe, für die sich die jungen Leute entscheiden können.

Partner wie der Kreisgartenbaubetrieb des Kreises Recklinghausen, der Verein Jugend in Arbeit, das Jobcenter Recklinghausen, das Netzwerk Weg und Raum und die Dorstener Arbeit unterstützen das Gesamtprojekt.

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