Feuerwehr Castrop-Rauxel wird neu ausgestattet

So gut ist die 1600-Euro-Ausrüstung für Feuerwehrleute

Castrop-Rauxel - Wenn die Feuerwehr anrücken muss, geht es oft um Leben und Tod. Allerdings nicht nur für diejenigen, die möglicherweise in einer Brandwohnung eingeschlossen sind, sondern auch für die Feuerwehrbeamten selbst. Wir erklären im Detail, wie ihre neue Ausrüstung sie vor den Flammen schützt.

Optisch fällt es sofort auf: Die neue Ausrüstung der Feuerwehr ist nicht mehr dunkelblau, sondern beige. 18 Brandmeisteranwärter wurden zu Beginn ihrer Ausbildung am 1. April eingekleidet.

Nach und nach sollen die 90 Castrop-Rauxeler Feuerwehrbeamte der Hauptwache jetzt das neue Outfit bekommen. Das wird allerdings ein paar Jahre dauern, schließlich ist das eine Kostenfrage; 1.600 Euro sind fällig für eine Montur bestehend aus Helm, Flammenschutzhaube, Überjacke, Überhose, Handschuhe und Schnürstiefel - zahlen muss die Stadt. Dieses Jahr sollen noch 20 weitere Sets angeschafft werden. Wenn die Hauptwache versorgt ist, soll auch die Freiwillige Feuerwehr zum Zuge kommen. "Das kauft man nicht von der Stange", erklärt Florian Brandt, Einsatzleiter der Castrop-Rauxeler Feuerwehr. Die Kleidung müsse individuell passen.

Die Jacke ist kürzer, der Tragekomfort höher, die Schutzwirkung besser: Die neue Kleidung besteht aus einer mehrlagigen Faser, die so gut schützt, dass nichts mehr drunter gezogen werden muss. Das bedeutet aber nicht, dass die alte Kleidung unsicher ist: "Es kommt immer auf den Zeitpunkt der Beschaffung an und da versucht man immer das bestmögliche vom Stand der Technik zu bekommen", erklärt Florian Brandt. Die alte Kleidung sei sechs bis sieben Jahre alt, mittlerweile sei die Technik weiter und die Schutzwirkung größer. Brandt: "Ganz früher wurde in Hemd und Krawatte rausgefahren."

20 bis 25 Kilo wiegt die komplette Ausrüstung, besonder schwer ist die Atemluftflasche. Tagsüber haben die Beamten nach Eingang des Notrufs 60 Sekunden Zeit (nachts sind es 90 Sekunden), um Jacke, Hose und Schuhe anzuziehen und ins Auto zu springen. Die Hose ist schon über die Schuhe gestülpt, muss nur noch hochgezogen werden, Hosenträger schützen vor dem Runterrutschen. Die Schuhe sind voreingestellt und müssen nur noch mit dem Reißverschluss zugemacht werden. Im Auto werden dann Helm, Atemmaske, Funkgeräte und andere Ausrüstungsgegenstände angezogen.

Sauerstoff reicht für 30 Minuten

"So ein Einsatz ist vergleichbar mit einem Saunagang", erklärt Feuerwehrbeamter Sebastian Metze. Die vollständige Bekleidungszusammenstellung (Feuerwehrüberjacke und Feuerwehrüberhose) muss mindestens acht Sekunden einer Stichflamme oder anderen Expositionen von kurzer Dauer standhalten. Oft sei aber die generelle Hitze das eigentliche Problem. Abgesehen von dem Sauerstoff in der Atemluftflasche, der sich nach spätestens 30 Minuten dem Ende zuneigt, fühle es sich so an, als habe man bei 30 Grad im Sommer eine Winterjacke an. Irgendwann kollabiert man.

Bei dem Brand im Februar in der Langen Straße beispielsweise mussten die Feuerwehrbeamten die Atemschutzmasken bei Betreten des Hauses bereits tragen, schließlich sei die Rauchentwicklung auch im Treppenhaus schon enorm gewesen - keine Seltenheit. Der Brand selbst war aber im fünften Stock. Da sei schon einiges an Luft verbraucht gewesen, als sie die Wohnung betreten haben. Mithilfe eines Stiftes, den sie in einem Beutel bei sich tragen, markieren die Einsatzkräfte, welche Räume sie durchsucht haben, der nächste Trupp weiß dann Bescheid.

Eine Jacke hält sieben bis zehn Jahre

Mit den neuen Jacken werden die Feuerwehrleute besser gesehen und andersrum kann man Beschädigungen durch Flammen, Blut oder Öl besser erkennen. Eine Jacke hält sieben bis zehn Jahre, dann muss sie aussortiert werden. "Man kann sie dann nur noch entsorgen", erklärt Florian Brandt. Wichtig sei, dass man vorher die Wappen entferne, um Missbrauch zu verhindern.

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