FWI

Fraktionsvorsitzender Manfred Postel ist tot

Castrop-Rauxel - Manfred Postel ist tot. Der Fraktionschef ist am Donnerstag plötzlich und unerwartet gestorben. Er wurde nur 65 Jahre alt. Sein Credo: Ganz nah am Bürger sein.

Tiefe Trauer und Bestürzung: Manfred Postel ist tot. Der Mann, der die Freie Wähler Initiative verkörperte, starb plötzlich und unerwartet am Donnerstag in einem Krankenhaus. Der Ickerner wurde nur 65 Jahre alt. Nach einer schweren Erkrankung vor einigen Monaten war er so zuversichtlich, wieder ganz gesund zu werden. Und stand wenige Wochen vor seiner Pensionierung, arbeitete seinen Nachfolger bei seinem Arbeitgeber schon ein. Mit Manfred Postel, dem Fraktionschef der FWI, verliert der Stadtrat eines seiner dienstältesten Mitglieder.

Seit seinem Einzug in den Rat 1993 gehörte ihm Postel ohne Unterbrechung an. In der Kommunalpoltik engagiert war er seit 1989. Dass die FWI es zu dieser Konstanz gebracht hat, ist vor allem ihrem unermüdlichen Motor an der Spitze zu verdanken. Die Freie Wähler Initiative entstand aus der BiGi, der damaligen Bürgerinitiative gegen Giftmüll. Auf dem damaligen Edelhoff-Gelände am Deininghauser Weg war Mitte der 80er-Jahre eine riesige Giftmüll-Verbrennungsanlage geplant.

Einsatz gegen Gebühren

Der FWI, bekannt für ihren Klartext, impfte Postel sein Credo ein: Sich gerade auch in der Kommunalpolitik immer ganz nah am Bürger zu orientieren. Einer breiteren Bürgerschaft bekannt geworden ist die FWI vor allem durch ihren steten Einsatz gegen Gebühren. In seiner mitunter auch cholerischen Art haute Postel drauf, wenn er Ungerechtigkeiten erkannte, wenn die Stadt seiner Meinung nach den Bürgern zu viel Geld aus der Tasche zu ziehen drohte.

Unvergessen der erfolgreiche Kampf darum, dass die Bürgerinnen und Bürger bei der Gründung des EUV-Stadtbetriebs als Anstalt des öffentlichen Rechts bei der Abschreibung des öffentlichen Kanalnetzes 2002 nicht zweimal zur Kasse gebeten wurden. Unvergessen auch das stete Engagement zur Gründung einer zweiten Realschule, um dem Elternwillen damals als oberste Maxime zu folgen. Dass der gemeinsame Kampf mit den Christdemokraten zur Rettung der Fridtjof-Nansen-Realschule 2012 mit einem Bürgerentscheid gelang, war für Postel stolzer Beweis, richtig gelegen zu haben.

Protest am KanaluferErst vor ein paar Tagen musste Postel noch die von ihm initiierte Veranstaltungsreihe mit Informationen zu wichtigen Projekten in Ickern mit dem Umweltschützer Thomas Krämerkämper in der Agora nach hinten verschieben, weil der krank geworden war. Ja, Postel setzte sich vehement dafür ein, dass Ickern mit der B 474n keine neue Autobahn bekommt, protestierte am Kanalufer gegen das Kraftwerk Datteln IV, vernetzte sich mit den Gegnern des Newpark in den Rieselfeldern. Postel war eben von der parteipolitischen Couleur ein bisschen schwarz, ein bisschen grün, ein bisschen rot - aber immer FWI. Großzügig, liebevoll und den Menschen zugewandt.

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