Geldstrafe verhängt

Zeugin bestätigt vor Gericht üble Beleidigungen

Castrop-Rauxel - Übelste Beleidigungen sind gefallen, haben das nachbarschaftliche Klima vergiftet. Worte wie "Das wirst du noch bereuen, du Polenschlampe", oder "dreckige Polin" und "Hure" brachte die 59-jährige Adressatin dieser schlimmen Beschimpfungen schließlich zur Anzeige.

Die Betroffene wohnt in einem Mehrfamilienhaus, bekam zwangsläufig aus der Wohnung über der ihren viel von den Streitereien zwischen einem jungen Paar mit. Mehr noch, sie wurde von der Mieterin, die sich häufig mit ihrem Freund zoffte, auch zur Hilfe gerufen. So schilderte die 59-Jährige im Zeugenstand, dass sie vor knapp einem Jahr gerufen wurde, weil der Freund im Streit ausziehen wollte und auch den Laptop der Mitbewohnerin in seine große Tasche packte.

Wieder grobe Beleidigungen ausgestoßen

Es kam im engen Flur zu Gerangel und Geschrei. "Aber ich habe keine Beleidigung ausgesprochen", beharrte der 29-jährige Angeklagte. Ebenso wollte er nicht, wie angeklagt, das Geländer im Hausflur und den Briefkasten beschädigt haben. Das aber will die Nachbarin gesehen haben.

Diese musste sich auch Monate später, im November, wieder einmal böse Beleidigungen anhören. Anlass gab der - letztendlich nicht zustande gekommene - Verkauf eines Herdes an die Freundin des Angeklagten, die zu diesem Zeitpunkt umziehen wollte. Wieder mündete der Krach in groben Beleidigungen. Was eine andere Nachbarin bestätigte.

Zeugin fand Beleidigung in Ordnung

Dass ihm aber ausgerechnet die Lebensgefährtin, mit der der Angeklagte nach der Trennung wieder zusammenkam und nun mit dem gemeinsamen Kind auch zusammenlebt, in den Rücken fällt, hat er sich sicherlich nicht träumen lassen. Hatte er sie doch extra als zusätzliche Zeugin mitgebracht. "Klar hat er sie dumme polnische Schlampe genannt", sagte die 36-Jährige freimütig. Fand das auch nicht anstößig, schließlich sei der Freund zu Recht sauer gewesen.

"Damit ist der Schuss ja wohl nach hinten losgegangen", fasste der Richter diese überraschende Aussage zusammen. Die in der Anklage erhobenen Beleidigungs-Vorwürfe waren damit, so die Staatsanwaltschaft, eindeutig belegt. Bei der Urteilsfindung schlugen die Uneinsichtigkeit des Angeklagten und vier Vorstrafen inklusive einer offenen Bewährungsstrafe negativ zu Buche. Der Richter verhängte eine Geldstrafe über 120 Tagessätze zu je zehn Euro.

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