Gericht

20-Jähriger wehrte sich gegen Festnahme durch die Polizei

Nach einer Schlägerei auf dem Münsterplatz im August hatte ein 20-Jähriger Stress mit der Polizei. Das wurde jetzt vor Gericht geklärt.

Die Verspätung des bestellten Taxis wäre dem 20-Jährigen fast zum Verhängnis geworden. Weil er nicht pünktlich als Angeklagter im Amtsgericht erschienen war, wäre beinahe ein Strafbefehl in Abwesenheit erlassen worden. Wegen unerlaubten Waffenbesitzes (Klappmesser) und des tätlichen Angriffs auf einen Amtsträger. 100 Tagessätze zu je 10 Euro sollte auf dem Strafbefehl stehen.

Doch dann kam der Angeklagte doch, erklärte den Zeitverzug und dann das Geschehen, das ihn vor Gericht gebracht hat: Ein Polizeieinsatz Anfang August auf dem Münsterplatz. Dorthin waren die Ordnungshüter nach Mitternacht wegen einer Schlägerei gerufen worden. Als die Polizisten ankamen, sahen sie lediglich zwei Personen, die die Flucht ergriffen. "Allerdings Richtung Bunker, und da geht es nicht weiter", erklärte einer der Polizisten im Zeugenstand.

Klappmesser bei Durchsuchung gefunden

So war es möglich, den Angeklagten zu ergreifen. Wogegen er sich wehrte. Erst "verbalaggressiv", wie einer der Zeugen es formulierte, dann auch körperlich. Der 20-Jährige war mit erhobenen Händen an eine Wand gestellt und durchsucht worden. Dabei wurde das Messer gefunden. Außerdem soll er einen der beiden Polizisten mit dem linken Ellenbogen vor den Kopf gestoßen haben. Der Angeklagte verneinte das, schilderte, seinerseits recht ruppig behandelt worden zu sein. Um Klarheit zu erhalten, ließ sich der Richter das Prozedere der Fixierung vorführen. Und kam, wie der Staatsanwalt zu dem Schluss, dass aus einer derartigen Position kein gezielter und kräftiger Stoß mit dem Ellenbogen ausgeführt werden könne, allenfalls eine Abwehrreaktion.

Eine Erkenntnis, die den Verlauf der Verhandlung bestimmte. Anstelle des Paragraf 114 des Strafgesetzbuches, wo ein tätlicher Angriff auf einen Vollstreckungsbeamten zugrunde gelegt wird, wurde nur nach Paragraf 113 geurteilt, wo es lediglich um Widerstand geht. Und das bedeutet ein geringeres Strafmaß. Weil der Richter zudem nach dem Jugendstrafrecht urteilte, wurde der 20-Jährige verwarnt, muss 50 Sozialstunden leisten. Eine Chance.

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