Gericht

Versuchte Erpressung per Facebook

"1000 Euro, sonst wird dir der Schädel eingeschlagen." Eine Drohung an "einen kleinen Pisser" per Facebook. Wegen dieser Worte musste sich ein 27-Jähriger vor Gericht verantworten.

Die Motivation: rasende Eifersucht. Denn die Posts des Mannes, den er schließlich bedrohte, betrafen seine Freundin. Denn der Verfasser der Nachrichten gab eben diese Frau als seine Freundin aus. Darin sprach dieser von seiner großen Liebe, schilderte diese in schillernden Farben. Mehr noch, er schwärmte von einem gemeinsamen Kind.

Dabei kannte die junge Frau den Verfasser dieser Liebesschwüre, so ihr eigentlicher Freund und Angeklagter, gar nicht besonders gut. Sie hatte den Mann vor einigen Jahren in einer Disco getroffen. "Sie war nett zu ihm", sagte der Angeklagte. Doch er wollte mehr, verstieg sich in Fantasien. Seine Freundin habe sogar an eine Unterlassungsklage gedacht, aber er wollte die Schwärmereien und falschen Behauptungen auf Facebook schneller im Keim ersticken. Wollte den Verliebten mit der Geldforderung erschrecken und mundtot machen.

Mann leidet unter WahnvorstellungenWas er zu jenem Zeitpunkt, im Februar, noch nicht wusste - der Mann ist krank, leidet unter Wahnvorstellungen. Eine davon ist die große, aber in der Realität nicht existente Liebe.

"Ich wollte gar kein Geld, ich wollte, dass er endlich Ruhe gibt", erklärte der 27-Jährige. Und tatsächlich folgten auf seine Facebook-Drohung nur noch vier Posts, danach hatte der liebeskranke Mann den Angeklagten und seine Freundin blockiert, den Kontakt unterbunden.

Der Richter vor dem Amtsgericht stellte das Verfahren am Dienstag in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft ein. Vor dem Hintergrund, dass der Angeklagte erst im Juli vom Schöffengericht in Dortmund zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe, 60 Sozialstunden und einer Geldstrafe über 600 Euro verurteilt worden ist. "Da fällt dieser Vorwurf nicht mehr ins Gewicht, es würde an der Gesamtstrafe nichts ändern", begründete der Richter die Einstellungs-Entscheidung.

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