Gerichtsprozess

17-jähriger Messerstecher nach einem eskalierten Streit verurteilt

Ein harmloser Streit unter Jugendlichen eskalierte 2017. Am Bahnhof Mengede zückte ein 17-Jähriger sogar ein Messer und stach zu. Er wurde jetzt am Dortmunder Landgericht verurteilt.

Im Prozess um eine lebensgefährliche Auseinandersetzung unter Jugendlichen am Bahnhof in Dortmund-Mengede hat das Dortmunder Landgericht das letzte Urteil gesprochen. Der 17-jährige Haupttäter aus Castrop-Rauxel wurde wegen versuchten Totschlags zu drei Jahren Jugendhaft verurteilt.

Nach den Erkenntnissen der Richter eskalierte der Streit aus einer eigentlich ganz harmlosen Situation. Am Karnevalssamstag 2017 waren zwei Gruppen Jugendlicher am Bahnhof Mengede aufeinandergetroffen.

Gruppe fühlte sich gestört

Auf dem Bahnsteig soll einer der Schüler dann laut herumgebrüllt haben. Die andere Gruppe fühlte sich gestört und wollte das Geschrei stoppen. Schnell gab ein Wort das andere und eine handfeste Auseinandersetzung war im Gange.

Dennoch sah es nach den ersten Beleidigungen, Rempeleien und Schlägen so aus, als würde sich die Situation wieder beruhigen. Doch der 17-Jährige telefonierte aus dem Zug heraus mehrere Freunde herbei und kehrte dann noch einmal zum Bahnhof Mengede zurück. Dort gingen die Angreifer schließlich mit Golfschlägern und anderen Schlagwerkzeugen auf ihre Kontrahenten los. Und der Hauptangeklagte zückte schließlich sogar ein Messer und stach zu.

Mutige Schülerin ging dazwischen

Die Richter sind davon überzeugt, dass erst das beherzte Eingreifen einer Augenzeugin aus Waltrop das brutale Treiben stoppte. Die 17 Jahre alte Schülerin ging mutig dazwischen, packte einen der Täter und riss ihn von dem Geschehen weg. Die anderen schrie sie an, sie sollten endlich aufhören. Die Zeugin wurde später mit einem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet.

Drei weitere Angeklagte waren bereits in einem früheren Prozess zu Bewährungsstrafen und Freizeitarresten verurteilt worden. Ihnen seien die beinahe tödlichen Messerstiche des 17-Jährigen nicht zuzurechnen, urteilten die Richter damals. Die Mittäter wurden deshalb wegen gefährlicher Körperverletzung und nicht wegen versuchten Totschlags verurteilt.

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