Gerichtsprozess

Ein eskalierter Streit bringt ein Ex-Paar vor das Amtsgericht

CASTROP-RAUXEL - Weil sie unterschiedliche Auffassungen der Beziehung hatten, stritt ein Paar. Weil das eskalierte, ging es jetzt vor Gericht.

Im Februar kennengelernt, drei Wochen später zusammengezogen, gut drei Monate darauf die Trennung. Und jetzt, ein halbes Jahr nach dem ersten Treffen, ein Wiedersehen vor Gericht. Das ist in Kürze die Schilderung einer verhängnisvollen Liebe.

In der ausführlichen Version vor dem Castrop-Rauxeler Amtsgericht kommt dann auch die häusliche Gewalt zur Sprache, die den 28-Jährigen auf die Anklagebank brachte. Er soll, so die Vorwürfe, seine Ex-Freundin zwei Mal, am 25. und am 30. Mai, körperlich misshandelt haben.

Er will nur traute Zweisamkeit

Einmal soll er sie im Streit gepackt und vor einen Schrank geschleudert haben, wobei sich die 19-Jährige am Steiß verletzte. Fünf Tage später soll er sie am Hals gepackt, geschubst und zu Boden gebracht haben.

Anlass für das aufbrausende Verhalten sei stets die unterschiedliche Auffassung von der Partnerschaft gewesen. "Ich wollte gern auch Freunde treffen, zum Sport gehen", sagte die junge Frau, doch der Freund habe traute Zweisamkeit gewollt. Deshalb habe es häufiger Streit gegeben, der Ende Mai eskaliert sei.

Zur Freundin gezogen

Er habe ihre Sachen in einen Karton gestopft und gesagt, sie könne ja ausziehen, erklärte der Angeklagte. Die Partnerin informierte per Handy ihre Freundin, die sie abholte. Doch damit war die Beziehung nicht beendet. Man schrieb sich per Handy, traf sich wieder. Redete, versöhnte sich. Während der Angeklagte von sechs bis neun Treffen sprach, waren es in der Erinnerung der Zeugin vielleicht zwei Begegnungen.

Dafür hatte sie aber, wie der Angeklagte mit ellenlangen Chats auf seinem Handy belegte, umso mehr geschrieben. Von Liebe, von der Zukunft. Mit Kind? Das will der 28-Jährige den Zeilen entnommen haben, doch die Ex widersprach im Zeugenstand.

Verhandlung wird fortgesetzt

Um mehr Klarheit in dem verworrenen Beziehungsgeflecht zu bekommen, will der Richter zu dieser "Vier-Augen-Geschichte" nun noch die Freundin anhören. Am 18. September wird die Verhandlung fortgesetzt. Von dem Ergebnis hängt auch ab, ob der 28-Jährige, der derzeit wegen einer Verurteilung aus dem Jahr 2012 in der JVA Bochum einsitzt, wieder zurück in den offenen Vollzug nach Castrop-Rauxel wechseln kann.

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

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