Gerichtsprozess

Die Ex-Freundin wurde mit etwa 2000 SMS bombardiert

Castrop-Rauxel - Gleich wegen zwei Anklagepunkten musste am Freitag ein 37-Jähriger im Amtsgericht vor dem Richter erscheinen. Seine Ex-Freundin ließ er nämlich nicht in Ruhe.

Die ersten drei Monate dieses Jahres müssen für die 36-Jährige der reine Horror gewesen sein. Bombardiert mit knapp 2000 SMS-Nachrichten auf dem Handy - Beleidigungen, Bedrohungen und auch Entschuldigungen - dazu ungezählte Anrufe am Arbeitsplatz und nächtlichem Sturmklingeln an der Wohnung, erstattete sie schließlich Anzeige gegen den Ex-Freund.

Das war am Freitag im Amtsgericht einer von zwei Anklagepunkten gegen den 37-jährigen Ex, dem zudem das Fahren eines Rollers ohne gültige Fahrerlaub, dazu in betrunkenem Zustand, vorgeworfen wurde.

Das war der Hintergrund der Nachstellungen

Die Nachstellungen räumte der Mann unumwunden ein. Er habe die Trennung nicht verkraftet. Inzwischen hätte es eine Aussprache gegeben. Das bestätigte auch die ehemalige Freundin. "Ja, wir können jetzt normal miteinander sprechen", sagte sie, es herrsche nun Ruhe. Den Empfang von Handy-Nachrichten habe sie blockiert, Nachstellungen am Arbeitsplatz und Sturmklingeln habe es nicht mehr gegeben. Hintergrund der Probleme war die Drogenabhängigkeit des Mannes, der, nach einer Entgiftung, nun an einer stationären Langzeittherapie teilnimmt.

Drogen und Alkohol waren auch im Spiel, als es Anlass für den zweiten Anklagepunkt gab. "Es war Halloween", sagte eine 42-jährige Zeugin aus. Als sie ihre Kinder auf dem Beutezug begleitete, seien aus dem Haus gegenüber drei Männer gekommen, stark betrunken und schwankend. Zwei davon seien dann mit einem Roller davongefahren. Am Steuer der Angeklagte. Noch in derselben Straße habe das Duo fast einen Verkehrsunfall mit einem Pkw verursacht.

Zunächst schwieg der Mann nach den Vorwürfen

Grund für ihre Bekannte, die Polizei zu informieren. Nicht zuletzt, weil das Beweisfoto der Polizei belegte, dass der Angeklagte exakt die geschilderte Kleidung trug, gab dieser die Trunkenheitsfahrt zu, obwohl er anfangs nichts dazu sagen wollte. 1,75 Promille hatte er damals im Blut.

Das Urteil: Acht Monate Bewährungsstrafe, dazu in den nächsten drei Jahren keine Fahrerlaubnis und das Durchhalten der Therapie. "Nutzen Sie die Chance", mahnte der Richter, denn der Angeklagte hatte bisher noch keine Bewährungsstrafe durchgestanden.

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