Gerichtsverhandlung

Ein Schwarzfahrer mit Gedächtnisverlust beteuert seine Unschuld

Castrop-Rauxel - Ein Angeklagter behauptete, zum Tatzeitpunkt im Urlaub gewesen zu sein. Erst zwei Jahre später landete der Fall vor dem Strafrichter - der Angeklagte bekam die Einladung nicht.

Es ist schon mehr als zwei Jahre her. Da soll der heute 45-Jährige beim Schwarzfahren erwischt worden sein. In der Buslinie 480, in Höhe des Betriebshofes. Dass der Fall erst jetzt vor dem Strafrichter landete, liegt daran, dass dem Angeklagten die Einladung nicht zugestellt werden konnte. Er hatte seine Adresse mehrfach gewechselt.

Jetzt war er, dem Richter schon durch andere Verfahren bekannt, aber da. Und er beteuerte, nachdem er die Anklageschrift und das konkrete Datum vernommen hatte, vehement, zu diesem Zeitpunkt gar nicht in der Stadt gewesen zu sein.

"Da war ich zwei Tage in Belgien", war er sich ganz sicher. "Denken Sie ganz genau nach, das war sechs Wochen vor einem Haftantritt", half der Richter mit einem Hinweis zum fraglichen Zeitraum. Doch der Mann bestand darauf, verreist gewesen zu sein, und gab zudem an, derzeit einen Ersatzausweis gehabt zu haben, ein vorübergehendes Dokument, das bis zur Aushändigung seines Personalausweises gültig war.

Der Richter überprüft die Nummer des Personalausweises

Diese Behauptungen lösten sich dann aber schnell in Luft auf, als der Kontrolleur, der ihn damals erwischte, in den Zeugenstand gerufen wurde. Dieser konnte sich zwar nicht mehr an den konkreten Vorfall erinnern, dafür hatte er in der Zwischenzeit zu viele andere Schwarzfahrer überführt. Doch er schilderte das übliche Prozedere. "Wenn jemand ohne Fahrschein angetroffen wird, stellen wir die Personalien fest, möglichst anhand des Ausweises", erklärte er.

Das hat er auch im vorliegenden Fall gemacht. Dem Gericht lag das entsprechende Protokoll vor, dass nicht nur Namen und Adresse des Betreffenden aufführt, sondern auch die Nummer des Personalausweises. Und die stimmt exakt mit der Nummer überein, die der Ausweis des Angeklagten trägt, wie ein Vergleich belegte, den der Richter Ziffer für Ziffer vornahm.

Demnächst gibt es ein Wiedersehen mit dem Richter

Damit konfrontiert, zuckte der Angeklagte nur die Schultern: "Kann ich mir nicht erklären", hieß es. Und: "Eigentlich fahr ich die Strecke gar nicht." Muss aber wohl doch so gewesen sein. Deswegen tat der 45-Jährige gut daran, den Strafbefehl zu akzeptieren, 60 Tagessätze Geldstrafe zu je 10 Euro zu zahlen.

Den Richter sieht der Mann schon bald wieder. Dann geht es um eine Körperverletzung.

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