Geschäftslokal in der Altstadt

Neuer Laden "Up Designer" verkauft Artikel aus Abfall

Castrop - Up-Designer nennen sie sich und ihr neues Geschäft: An der Mühlenstraße 1 hat kurz vor Weihnachten ein neuer Laden eröffnet. Was man dort kaufen kann? Ziemlich individuelle Dinge. Wie lange er sich halten kann? Das Weihnachtsgeschäft, so eine Mitarbeiterin, sei sehr gut gewesen.

Klammheimlich hat neben dem Energiespar-Detektiv an der Ecke Mühlenstraße / Münsterstraße kurz vor Weihnachten ein neues Geschäft eröffnet. Es ist der Laden der "Up Designer" - zwei Frauen, die versuchen wollen, mit kleinen Designer-Stücken aus Abfall, Sperrmüll oder anderen Dingen, die keiner mehr braucht, eine Nachfrage zu finden.

Christine Simsek aus Bochum-Höntrop arbeitet seit dem 1. Dezember hier und sagt über ihr erstes Weihnachtsgeschäft: "Das war gut. Es gibt Leute, die es super finden und uns wünschen, dass sich unser Laden halten kann. Andere sagen, dass Castrop-Rauxeler schwierig seien. Wir gucken einfach mal, was passiert." Sie hoffe, dass sich das Geschäft halten könne - "aber wenn es finanziell nicht mehr geht, machen wir zu".

Die Idee kam Simsek zusammen mit ihrer Freundin Kerstin Balzer (49) aus Castrop, die als Energiespar-Detektiven seit elf Jahren selbstständig ist und damit auch gutes Geld verdiene, wie sie beim Besuch unserer Redaktion sagt. Sie arbeiteten in der Stromberg-Zeit bei Goldschmieding in der Gastronomie, lernten sich kennen und machen nun nicht nur ihre Basteleien zusammen, sondern verkaufen sie auch in einem Geschäft.

Das sind Beispiel für Artikel, die sie verkaufen

Aber was konkret? Darunter ist dekorativ-lustiges wie ein Chor aus alten Getränkedosen, Gürtel aus Fahrradreifen, Schlüsselanhänger aus Fahrradschläuchen, Etageren aus altem Porzellan. Auch die Firma "Feuerwear", die Feuerwehrschläuche zu Taschen und Portmonees verarbeitet, ist vertreten. Der größte Teil aber, so beteuert Simsek, sei Eigenproduktion. "Wir stricken, häkeln, basteln", sagt sie. Und sie plottert: Tiefe Bilderrahmen nutzt sie dazu, bestückt sie mit kleinen LED-Leuchten und bedruckt die Glasscheiben davor auf Kundenwunsch individuell. Taufe, Geburtstag, Hochzeit, Abschiedsgeschenke der Schüler für Lehrer nach dem Abi - "wir haben da viele tolle Ideen", sagt Simsek. Geöffnet ist von 10 bis 14 und 15 bis 18 Uhr. Samstags nur vormittags - und mittwochs ist Produktionstag, also geschlossen.

Christine Simsek (43) aus Bochum-Höntrop im Interview:

Frau Simsek, Sie betreiben Up-Cycling. Was bedeutet das?

Aus alten Dingen stellen wir wieder neues her.

Was konkret?

Aus alten Fahrradreifen machen wir Gürtel, aus Fahrradschläuchen Schlüsselanhänger, aus alten Platten Etageren oder kleine Schüsseln. Die Firma "Feuerwear" aus Köln, die seit über zehn Jahren produziert, liefert uns dazu tolle Dinge, die sie aus alten Feuerwehrschläuchen herstellen: Taschen, Gürtel, Schlüsselanhänger, Portmonees, Rucksäcke.

Das machen Sie nicht selbst, das kaufen Sie ein. Aber das andere, aus welcher Fertigung ist das?

Der größte Teil ist selbst gemacht. Wir häkeln, stricken, basteln aus altem Porzellan Etageren, machen Knochenkissen zum Lesen aus neuem Material, stellen Schmuck her aus alten Lederarmbändern.

Gibt es ein Lieblingsstück hier von Ihnen?

Ich plottere sehr gerne. Das ist eine ganz neue Technik: Bilderrahmen, die man in einer speziellen Maschine mit einer Folie bekleben kann. Im Hintergrund leuchtet es und so erzielt man einen schönen Effekt. Wir benutzen zum Beispiel Sternenfolien. Ob das personalisiert ist, für eine Taufe, einen Geburtstag oder eine Hochzeit - das kommt gut an. Wir werden auf Fliesen plottern und das für Abifeiern verkaufen. Man kann sie als Abschiedsgeschenke an Lehrer und Kindergärtnerinnen abgeben. Wir haben da schon ganz viele tolle Ideen.

Sie sind mit diesem Geschäft "Up-Designer" nun sogar in einem eigenen Ladenlokal...

Ja, ich kenne Kerstin Balzer aus dem Laden nebenan, die Energiespar-Detektivin, seit 20 Jahren. Wir waren beide in der Gastronomie beschäftigt. Ich bin handwerklich geschickt und dann haben wir gesagt: Lass es uns doch mal gemeinsam versuchen. So sind wir am 1. Dezember gestartet.

Mit dem Weihnachtsgeschäft. Wie ist es denn gelaufen?

Das war sehr gut. Es gibt Leute, die sagen, dass sie es super finden und uns wünschen, dass sich der Laden halten kann. Einige sagen, dass Castrop-Rauxeler ein bisschen schwierig seien. Wir gucken einfach mal, was passiert.

Auf wie lange Zeit haben Sie vor, das zu machen? Gibt es so etwas wie eine Probephase?

Nun, wir wollen natürlich gerne, dass es lange hält. Aber wenn wir uns finanziell nicht mehr halten können, machen wir zu. Ich bin die einzige Angestellte.

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