Gesunde Ernährung

Die Schulmilch macht?s längst nicht mehr an allen Schulen

Das Angebot von Milch in der Schule, das das Land NRW macht, hat sich in diesem Schuljahr deutlich geändert. Die Grundschulen in Castrop-Rauxel sind dieser Entwicklung aber schon voraus.

Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch: Neben Tafel- oder Aufräumdienst gab es auch immer Kinder, die für den Milch- oder Kakaodienst eingeteilt wurden. Diese gingen dann in der Pause zum Hausmeister und holten eine Kiste mit Milchgetränken für ihre Klasse. Regelmäßig sammelte die Klassenlehrerin auch das Milchgeld ein, mit dem die Eltern dieses Angebot der Schule mitfinanzierten.

Die Förderung dieses Schulmilchangebots wird mittlerweile durch die Europäische Union finanziert, die Umsetzung obliegt in Deutschland den einzelnen Bundesländern. In diesem Schuljahr gibt es nun eine Neuerung: Ab sofort werden Erdbeer- und Vanillemilch nicht mehr gefördert. Dies liegt an dem hohen Zuckeranteil dieser Getränke. Weiterhin im Angebot sind die klassische Milch und Kakao mit einem Zuckeranteil von bis zu sieben Prozent, wobei in Nordrhein-Westfalen im Durchschnitt vier Prozent Zuckeranteil im Kakao vorhanden sind. Doch auch über dieses Angebot gibt es Diskussionen, wie gesund es wirklich ist.

Eher Mineralwasser statt Milch

Gibt es in Castrop-Rauxeler Schulen aber überhaupt noch Schulmilch und -kakao? Und wie gehen sie mit dieser Thematik um? Wir haben bei ein paar Schulen nachgehört. "In der Grundschule Alter Garten in Henrichenburg wurde die Schulmilch schon vor Jahren abgeschafft", sagt Schulleiterin Karin Gaudigs. Gründe dafür waren nicht nur gesundheitliche Bedenken in Bezug auf die gezuckerten Milchgetränke, sondern auch der organisatorische Aufwand. Geld einsammeln, Glasscherben zerbrochener Flaschen aufkehren: Das wollte die Schule nicht mehr leisten. Stattdessen organisieren die Klassenpflegschaften Wasserkisten für jede Klasse. Und die Kinder versorgen sich mit Getränken von zu Hause.

Schulen handeln sehr eigenständig

Auch in der Grundschule Am Hügel in der Altstadt werden Schulmilch und -kakao seit Jahren nicht mehr angeboten. "Die Schule nimmt nur am Schulobstprogramm des Landes teil", sagt Schulleiterin Patricia Anders. Auch hier werde stattdessen in den Klassen Wasser bereitgestellt, an dem sich die Kinder bedienen können. Das zeigten uns Elif Kalender und Thorben Kelter aus der Eisbärenklasse 3b: Jedes Kind hat seinen eigenen Becher und kann sich Wasser eingießen. "Sowohl das Wasser, als auch das Angebot an Obst werden von den Kindern sehr gut angenommen", sagt Klassenlehrerin Klaudia Lambertz. Die Organisation der Wasserflaschen übernehmen in diesem Fall auch die Eltern im Rahmen der Klassenpflegschaft.

Auf Nachfrage berichten auch die Marktschule Ickern und die Elisabethschule in Obercastrop, dass nur noch Wasser in den Klassen angeboten werde. In der Erich-Kästner-Schule in Habinghorst hingegen werden weiterhin Milch und Kakao angeboten. Aber warum? "Wir glauben, dass die Milch ein wichtiger Bestandteil in der Ernährung der Kinder ist", sagt Schulleiterin Heike Wichmann. Aber auch in ihrer Schule organisieren die Klassen Wasserkisten für alle.

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