Heerstraße

Bürger finden deutliche Worte unter der alten Eiche

An der 250 Jahre alten Eiche nördlich der Heerstraße haben sich 40 Bürger zu einem Picknick getroffen. Dabei haben sie deutliche Worte gefunden und eine Idee für den Investor vorgestellt.

Eier haben sie nicht gesucht, die deutlich über 40 Bürgerinnen und Bürger, die sich am Nachmittag des Ostermontags im künftigen Baugebiet "Wohnen an der Emscher" nördlich der Heerstraße zusammenfanden. Gefunden haben sie aber deutliche Worte, hinsichtlich was sie vom am 4. April gefassten Stadtratsbeschluss halten. Mit dem "Ja" zum neuen Baugebiet soll bekanntlich in Kauf genommen werden, dass die 250 Jahre alte Eiche gefällt werden muss.

"Die Menschen, die sich dagegen ausgesprochen haben, wollen wahrgenommen werden", sagt Lutz Kösters und verweist auf die 4000 Unterschriften der Petition zum Erhalt der Eiche. "Von oben zu entscheiden, das wollen wir nicht hinnehmen", fügt er hinzu. Gemeinsam könne die Aktion "Rettet die alte Eiche", die von den Grünen, der FWI, der Linken und dem BUND unterstützt wird, durchaus etwas erreichen. Mittlerweile führt ein Trampelpfad zur Eiche, um die in den vergangenen Wochen so viel gestritten worden ist.

Ein Picknick unter der alten Eiche

Wenige Meter dahinter haben die Protagonisten an diesem Ostermontag auf einer Wiese Decken ausgebreitet und sich beim Picknick den mitgebrachten, selbst gebackenen Kuchen schmecken lassen. Am Zaun hängt das Schild "Leichenschmaus", gefertigt von Anastasia (9) und Vilja (10). Das L ist in schwarzer Farbe gemalt, die anderen Buchstaben für Eichenschmaus sind bunt. "Wir wünschen uns auch, dass der schöne alte Baum stehen bleiben darf", sagt die zehnjährige Vilja.

Holger Steiner, der mit seiner Lebensgefährtin Astrid Stoye an der Heerstraße zuhause ist und in den politischen Gremien dieser Stadt bei der Einwohnerfragestunde keine Gelegenheit verstreichen ließ, für den Erhalt des Baums zu streiten, sagt ein paar Worte. "Wir geben die Hoffnung und den Kampf nicht auf, dass sich die Verantwortlichen doch noch darauf besinnen, dass mehr Rücksicht auf die Natur genommen werden muss", erklärt er. Friedensaktivistin Leonore Schröder aus Henrichenburg gräbt ein bisschen in der Geschichte. "Über viele Jahrhunderte haben sich die Germanen unter einer Eiche versammelt und Beschlüsse gefasst, so eine Thing-Veranstaltung könnte auch in Zukunft möglich sein."

Wenn denn der Investor sich entschließen könnte, auf zwei oder drei von 70 Baugrundstücken zu verzichten. Dann könnten die künftigen Bauherren sich bei der durchaus möglichen neuen Überplanung des Geländes auch unter der alten Eiche treffen, um gemeinsame Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls auf den Weg zu bringen.

Die weiteren Pläne des Bündnisses

An diesem Ostermontag fällt freilich kein weitreichender Beschluss. Aber die Menschen, die gekommen sind, wollen wiederkommen beim nächsten Treffen - schon bald. Und das Aktionsbündnis will auch bei der Maikundgebung des DGB am 1. Mai auf dem Ickerner Marktplatz Flagge zeigen. Die Unterschriftensammlung für den Erhalt der Eiche soll fortgesetzt werden. Ansprechpartnerin ist Leonore Schröder.

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