Heilig-Kreuz-Kirche

Chorkonzert mit Profis und Amateuren war eine gesunde Klassik-Mischung

Sie sind in der Mehrzahl keine Profis. Sie musizierten gerade deshalb mit Passion, wie Solist Artur Grywatzik Samstag in der Heilig-Kreuz-Kirche sagte - nach einem wunderbaren Konzertabend.

Der Kirchenchor Heilig Kreuz um Leiterin Patricia Marczok hatte sich nach drei Jahren wieder ein besonderes Programm vorgenommen: eine Kantate und "Alles was ihr tut" von Dietrich Buxtehude aus dem 17. Jahrhundert sowie die Krönungsmesse in C-Dur von Mozart. Ergänzt um zwei Solistinnen und zwei Solisten, das Kammerorchester Dortmund-Aplerbeck sowie einzelne Sänger aus Castrop-Rauxel und Dortmund, die dem Chor mit ihren Stimmen noch ein bisschen mehr Kraft und Ausdruck verliehen, gelang ihnen ein musikalischer Abend, der den gut 300 Besuchern in der Mehrzahl sehr gefiel.

Das Nebeneinander gelang in vielen Facetten

"Es war herrlich, wirklich ein Genuss", sagte eine Zuhörerin nach dem knapp einstündigen musikalischen Spiel in Richtung der Chorleiterin, "diese Klangfülle. Es lief mir mehrfach kalt den Rücken herunter." Nicht jeder Einsatz saß im 40-stimmigen Chor in allen Stimmlagen passgenau, doch die etwa halbjährige Probenarbeit hatte sich gelohnt: Das Nebeneinander der Leichtigkeit der Buxtehude-Stücke und der zum Teil sogar von Trompeten getragenenTiefe und Feierlichkeit der Mozart-Komposition gelang in vielen Facetten. Die Solisten Brigitta Borchers, Viola Haumann, Daniel Kasel und Artur Grywatzik und einige Gastsänger für den Chor dazu zu bekommen, war eine Wohltat für den Auftritt. Die weitere Mischung machte ihn rund: Chormitglieder, die seit 50 Jahren hier zur Freude musizieren; die erst neunjährige Maja, die im großen Sopran neben ihrer Mutter mitsang; die reinen Amateurmusiker aus der Nachbarstadt an den Violinen, Cellos und dem Kontrabass - diese Melange war das Schöne an diesem Konzertabend.

Artur Grywatzik, der an der Berliner Staatsoper Unter den Linden Soloparts singt, sagte, er habe sich geehrt gefühlt, von Patricia Marczok gefragt worden zu sein. "Ich freue ich, dass ich in der Stadt, in der ich zur Schule gegangen und groß geworden bin, mitsingen durfte", sagte der Wahl-Berliner, Stipendiat und als junger Klavier- und Gesangsstudent schon preisgekrönt. "Ich bin einfach mal mit meiner Mama zur Probe mitgegangen - und dann hat Patricia mich in den Kirchenchor aufgenommen", sagte Maja (9), die etwas Schwierigkeiten damit gehabt habe, dass Frauen neben ihr etwas anderes als sie singen mussten - und das auch noch auf Latein.

"Sie sind mit so viel Herzblut herangegangen"

Und die Chorleiterin? Die war glücklich: mit dem Besuch und mit der Leistung ihrer Musiker. "Sie sind mit so viel Herzblut herangegangen", sagte sie stolz. "Ich bin sehr zufrieden." Darauf stießen die Musiker mit Sekt und Saft an - mitten in der Kirche, zur Feier dieses besonderen Tages.

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