Hintergrund und Tipps

So wird Ihnen kein Falschgeld untergejubelt

CASTROP-RAUXEL - In mühseliger Kleinarbeit hat ein Mann aus Herne in seiner Wohnung Geldscheine gefälscht. Mehr als 200 Mal hat er damit wohl bezahlt, auch in Castrop-Rauxel. Erst vergangene Woche fiel es in einer Apotheke auf. Wie oft sowas vorkommt und wie Sie Falschgeld erkennen, erfahren Sie hier.

Seit Sommer 2003 hatte der 43-jährige Herner in seiner Wohnung Geldscheine gefälscht und in Geschäften in Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Bochum, Dortmund und weiteren Städten damit bezahlt. Ohne dass es jemand bemerkte. Bis zum vergangenen Montag, als er in einer Apotheke in Herne mit einem gefälschten 50-Euro-Schein bezahlen wollte und die Polizei ihn festnehmen konnte.

"Auch dieser Schein sah täuschend echt aus", sagt Volker Schütte von der Polizeipressestelle in Bochum. Der Herner habe das Geld in aufwendiger Kleinarbeit hergestellt, bis zu zwei Stunden an einem Schein gesessen. Wie genau der Mann die Banknoten gefälscht hat, welches Material und welche Werkzeuge er verwendete, verrät der Polizeisprecher nicht. "Wenn ich das jetzt sagen würde, würden ja gleich manche anfangen zu fälschen." Und auch wenn der Mann bei seinen Fälschungen "kriminelle Kreativität" bewiesen habe, betont Schütte: "Es bleibt strafbar."

Seltene Fälle

Dass Menschen im heimischen Keller Geld fälschen, sei die ersten Jahre nach der Euroeinführung 2002 häufiger vorgekommen, sagt Frank Scheulen von der Pressestelle des NRW-Landeskriminalamtes in Düsseldorf. "Mittlerweile sind überwiegend Druckfälschungen aus professionellen Druckereien in Südeuropa im Umlauf."

Generell sei das Falschgeldaufkommen in Nordrhein-Westfalen im Laufe der vergangenen Jahre zurückgegangen. Ausschläge nach oben erklärten sich zum Beispiel durch zufällige Funde von Falschgeld bei Wohnungsdurchsuchungen.

Am häufigsten wird der 50-Euro-Schein gefälscht, im Jahre 2005 waren mehr als 74 Prozent der gefälschten Banknoten 50-Euro-Scheine.

Zu besonderer Aufmerksamkeit rät Frank Scheulen an Karneval. "Viele Fälscher nutzen Karneval, um falsche Geldnoten unter das Volk zu bringen." Beim Feiern werde oft nicht mehr genau genug hingeschaut. Wer aber auf die Sicherheitsmerkmale achte und erkenne, dass er Falschgeld untergejubelt bekommen habe, dürfte es nicht weitergeben. Denn dann mache er sich selbst strafbar. "Er muss es zur Polizei bringen, auch wenn er den Wert des Geldes dort leider nicht erstattet bekommt", sagt Scheulen.

Falschgeld oder nicht?

Hat die Polizei bei sichergestellten Scheinen die Vermutung, dass es sich um Falschgeld handelt, werden diese nach Mainz zur Falschgeldstelle der Bundesbank geschickt. Das Gutachten der Experten dort ist für das Strafverfahren gegen Geldfälscher entscheidend.

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