Hochwasserrückhaltebecken in Obercastrop

Endlich konkrete Pläne für den Hochwasserschutz

Obercastrop - Eine neue Entwicklung gibt es seit Kurzem bei den Plänen des EUV-Hochwasserrückhaltebeckens am Obercastroper Bach. Dessen Bau ist schon lange geplant, aber immer wieder vertagt worden. Die schlechte Nachricht: Der Bau wird deutlich teurer.

Das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) in Obercastrop hat schon eine lange Geschichte - und schon viele Probleme bereitet. Zuletzt wegen eines Eigentümerwechsels in betroffenen Randgebieten. Nachdem der neue Eigentümer ausfindig gemacht wurde und vergangene Woche Gespräche geführt wurden, kann der EUV jetzt beginnen, die Eigentümer an den südlichen Grenzen des geplanten Beckens mit ins Boot zu holen.

Denn dass der Überschwemmungsschutz für Obercastrop kommen muss ist klar. "Bedingt durch den Klimawandel haben die Starkregenereignisse in den vergangenen Jahren zugenommen", sagt Daniel Molloisch, Ortsvereinschef und Ratsmitglied der SPD am Donnerstagabend auf der Bürgerversammlung im Haus Rütershoff. Entsprechend muss die kommunale Infrastruktur reagieren. "Bei solchen Projekten müssen wir die Dimensionierung auf ein 100-jähriges Ereignis auslegen", sagt EUV-Vorstand Michael Werner. Will heißen: Das Becken muss groß genug sein, um Wassermassen aufzunehmen, die bei einem Starkregen auftreten, wie er - rein statistisch - einmal alle 100 Jahre vorkommt. Das bereits bestehende, sehr kleine Rückhaltebecken ist dieser Größenordnung bei Weitem nicht gewachsen.

Problem und Lösung zugleich ist die in Obercastrop vorgelagerte Mulde, durch die der Obercastroper Bach fließt. "Diese Fläche gehört zum Einzugsgebiet des Baches und ist etwa so groß wie 207 Fußballfelder", sagt Arianka Simonsen, Abteilungsleiterin im Ressort Kommunale Infrastuktur des EUV. Hier soll das Rückhaltebecken mit über 10.000 Kubikmetern Fassungsvermögen gebaut werden. Und zwar so, dass es sich möglichst unsichtbar in die natürliche Umgebung einfügt. "Kosten kommen dabei auf die Anwohner nicht zu", sagt Michael Werner.

Der EUV benötige nur die Erlaubnis dazu, die Grundstücke passieren zu dürfen und die Arbeiten in den betroffenen Gebieten, die nicht in öffentlicher Hand sind, auszuführen. "Bisher sind wir da auf gute Gesprächsbereitschaft bei den Anwohnern gestoßen", sagt Simonsen. Eigentlich auch logisch, stellt das Becken doch eine Aufwertung der angrenzenden Grundstücke dar, deren Gärten dadurch besser nutzbar werden sollen. "Wenn alles glatt geht, haben wir bis Ende des Jahres alle Möglichkeiten abgeklärt", so Simonsen. Ab 2019 könne dann mit der Planung begonnen werden, ab 2020/21 mit der Bauphase, die der EUV auf etwa zwei Jahre schätzt.

Die Kostenrechnung sah im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Euro für das Projekt vor, so Michael Werner. Das werde aber bei der aktuellen Planung nicht mehr hinkommen, sondern teurer werden.

Boden soll von der Baustelle nur so wenig wie möglich abtransportiert werden. "Das kommt aber ganz auf die Gutachten dazu an", so Michael Werner. Die Zuwegung für Baufahrzeuge soll über ein Grundstück von der Gertrudstraße auf der einen und über die Straße Im Siepen auf der anderen Seite führen. Bei zweiterer allerdings nur mit kleineren Fahrzeugen. Denn ein 40-Tonnen- Lkw passe da, so Michael Werner, nicht durch.

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