Insektensterben

Kinder bauen Insektenhotels wie die fleißigen Bienen

Um dem vermehrten Insektensterben entgegenzuwirken, lud der Bezirksverband Castrop-Rauxel/Waltrop Kinder in vier Kleingärtenanlagen ein, Nisthilfen für Bienen und Käfer zu bauen.

Verschiedenste Naturmaterialien wie Bambusrohr, Stroh und Holz waren am Samstag die Materialien, aus denen die Teilnehmer aus dem Casterix-Ferienprogramm ihre Insektenhotels für Wildbienen und Ohrenkneifer bauten. Als eine von vieren beteiligte sich auch die Kleingartenanlage "Am Schellenberg" an dieser Aktion und lockte an dem Tag viele kleine Bastler ans Gartenwerkzeug. Dabei lernten die Kinder etwas über den Umgang mit Werkzeug, aber eben auch etwas über Insekten und ihre wichtige Rolle in der Natur: Sie bestäuben unzählige Kultur- und Wildpflanzen.

Eifrig wurden Löcher in die Holzblöcke gebohrt, Stroh in die Tontöpfe gedrückt, Bambusrohre mit der Rosenschere gekappt und Schnürbänder fest verknotet, damit zum Ende auch alles zusammenhielt. Der Tisch war übersät von Holzspänen, Bambus und verschiedenstem Werkzeug wie Hammer und Rosenschere. Kleine Kinderhände wirbelten flink über die Tische, ein großes Treiben mit vielen Ideen platzierte sich unter dem Pavillon. Zum Glück gab es den, denn zwei kleine Regenschauer überraschten die Bastler im Laufe des Tages. Mitleiterin dieser Aktion Doris Maj freute sich über die große Resonanz und das handwerkliche Geschick der Kinder.

"Die Kinder sind sehr neugierig und interessiert dabei, manche machen auch selbst Vorschläge, wie etwas aussehen kann", sagt sie, während sie der neun Jahre alten Marieka dabei hilft, zwei Bambusröhrchen auf eine Länge zu schneiden und sie miteinander zu verbinden. "So eine Nisthilfe ist nicht schwer zu bauen", sagt Marieka und hält stolz ihre Bambusrohr-Angel in die Höhe. "Die hier habe ich auch noch gleich gebastelt, weil meine Nisthilfe schon fertig ist."

Regelmäßige Aktionen

Der Bau von Nisthilfen für Insekten ist nur eine Aktion von vielen, die Doris Maj und ihre Kollegen und Kolleginnen der Kleingärtner-Anlage begleiten. Mittlerweile hat sich eine Kindergruppe gebildet, die regelmäßige Aktionen für Kinder ins Leben ruft. Michael Schöneich vom Bezirksverband Castrop-Rauxel/Waltrop der Kleingärtner freut sich über die rege Teilnahme an der Nisthilfen-Bauaktion. "Wir haben die Aktion ins Leben gerufen, weil wir den Kindern spielerisch die Bedeutung der Wild- und Honigbienen, aber auch anderer Insekten näherbringen wollten", sagt er und blickt auf eine Gruppe von etwa zehn Kindern, die hier fleißig wie Bienen ihre Insektenhotels bauen.

Sie schleifen und verzieren sie, bohren Löcher, und am Ende bemalen sie sie mit umweltfreundlichen Farben. "Ich hätte ja nicht gedacht, dass in den Ferien doch so viele Kinder so eifrig mitarbeiten." Auch Doris Maj und Monika Mörchen ist es wichtig, die Kinder naturbewusst zu beschäftigen und ihnen einen Umgang mit Naturrohstoffen zu vermitteln. Neben dem Anbau von Kartoffeln, Tomaten, Kohlrabi und Erdbeeren in einem extra dafür angelegten Kinderbeet wird in der Anlage am Schellenberg regelmäßig mit den Kindern gebastelt und gebacken. Besonders freuen sich die Initiatoren dieser Aktionstage, wenn auch Kinder von außerhalb der Anlage an solchen Angeboten teilnehmen.

"Gerade für Kinder, die in den Ferien nicht in den Urlaub fahren und sich eventuell langweilen, ist das ein schönes Alternativprogramm", so Anita Macziossek, die als Mutter und Mitinitiatorin dieser Kindergruppe den Nisthilfen-Bau begleitet. "Bevor Langeweile aufkommt, gibt es hier die Möglichkeit, noch was zu lernen", sagt sie. Zur Stärkung zwischendurch sorgte das Organisationsteam für Bockwürstchen, frische Waffeln und Getränke, die die Kinder zwischendurch stärkten.

Nach dieser Aktion sind in den Sommerferien weitere Projekte für Kinder geplant.

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