Interview mit Guido Osterwald

Über die Zukunft des Mühlenteichs und eine verrückte Idee

Frohlinde - Der Mühlenteich im Januar-Regen: Vergangene Woche trafen wir an diesem Kleinod Guido Osterwald, den Vorsitzenden der Bürgerinitiative "Rettet den Mühlenteich". Die steht direkt vor ihren großen zwei Jahren. Was kommt auf sie zu? Wie sieht es hier in Zukunft aus?

Herr Osterwald, was bringt das neue Jahr für Frohlinde am Mühlenteich?

Erst einmal bringt es, dass wir uns am Samstag hier treffen und gemütlich, in nachbarschaftlicher Runde, zusammen ein Glas Glühwein trinken und ein Würstchen essen. Darauf freuen wir uns schon alle sehr. Ich hoffe, dass viele kommen - und dass wir viele begeistern können, auch bei den nächsten Aktivitäten wieder dabei sein. Denn: Wir haben von der Bürgerwerkstatt noch eine Aufgabe, der wir uns stellen wollen. Wir wollen unsere Ideen und unseren Maßnahmenkatalog für die Um- oder Neugestaltung - oder sagen wir Wiederherstellung des Mühlenteichs mal zusammenfassen und dem EUV übergeben.

Stichwort Bürgerwerkstatt: Die war ja 2017. Was war da genau los und was war das Ergebnis?

Es handelte sich um eine Bürgerbeteiligung des EUV und der Stadt zum Mühlenteich. Wie geht es hier weiter, wenn der Teich einst entschlammt worden ist? Auch auf unsere Initiative hin, denn wenn wir uns hier umschauen, dann stellen wir fest, dass hier am Teich eine große Ausbagger-Aktion nicht schadlos bleiben kann. Es werden Wege in Mitleidenschaft gezogen, das Umfeld wird beschädigt. Bäume müssen möglicherweise weg. Anschließend geht es darum, das wieder aufzubauen. Unsere Idee war: Wenn wir tatsächlich wieder etwas herstellen - wie soll es dann sein? Genauso, wie es jetzt ist? Oder kann man Änderungen vornehmen, die positiv für den Bürger und die Umwelt sowie die Pflege anschließend sind? Wenn wir es hinbekommen, den Mühlenteich weniger Pflegeintensiv wiederherzustellen, dann hat auch die Stadtverwaltung etwas davon.

Was war die verrückteste Idee bei der Bürgerwerkstatt?

Es gibt Fotos aus den 80er-Jahren, da haben Jungen im Teich geschwommen. Die Idee war: Komme, wir errichten hier auch ein Strandbad. Das war schon eine interessante, kontroverse Idee, die wir alle anderen auch diskutiert haben. Bei einer Abstimmung hat sie es dann aber nicht in die nächste Runde geschafft.

Was hat es denn geschafft in die weitere Runde? Was ist hier realistisch?

Sicher, darüber nachzudenken, ob man diese groß angelegten Wege brauchen. An der einen Seite ist der Weg drei Meter breit. Da kommt man mit zwei Zwillingskinderwagen, die sich begegnen, sich nicht ins Gehege. Eine Idee ist, den Weg schmaler zu machen. Wir haben hier viele Bäume und Strukturen, haben eine stark bewachsene Insel mit Bäumen, die weit ausschlagen. Wenn man die weniger pflegeintensiv gestaltet und dafür sorgt, dass nicht wieder so viel Laub in den See eingetragen wird, hat man viel gewonnen.

Was passiert mit der Ideensammlung nun?

Wir werden uns mit der Bürgerinitiative nun filtern, die Top-Ideen zusammenschreiben und sie dem EUV übergeben, sodass sie dann Bestandteil der Wiederherstellung des Teiches werden.

Werden sie denn Eingang in die Planungen finden oder ist es nur ein Vorwand von Stadt und EUV, die Bürger mit einzubeziehen?

Den Eindruck haben wir alle überhaupt nicht. Im Gegenteil. Wir freuen uns, mit Stadt und EUV zusammenarbeiten. Die Arbeit macht Spaß. Ich gehe fest davon aus, dass das, was wir vorschlagen, auch in die Planung eingeht. Denn wir schlagen keine Luftschlösser vor, sondern realistische Dinge.

Was sind dann die Dinge, die man bedenken muss, wenn es ums Ausbaggern geht? Es liegt ja viel Laub als Sediment im Teich. Dagegen will man ja was tun...

Wenn ich mir vorstelle, dass ich in 20 Jahren noch hier am schönen Mühlenteich wohnen darf und Sie zufällig noch Redaktionsleiter sind, dann kann es sein, dass wir uns zur gleichen Gelegenheit wieder hier treffen müssen. Denn der Teich schlammt wieder zu - das muss wieder passieren, wenn man die Teilchen, die man zur Sedimentation führen, nicht unter Kontrolle bringt. Die Sedimentationsbecken müssten dafür ebenfalls wiederhergestellt werden. Das wird noch das große Thema werden: Das sollte vernünftigerweise gleich mitgemacht werden. Die Planungen existieren, die Beteiligten wissen davon - nur: Mit der Brandheide-Sanierung, die als Mitaufgabe hat, den Teich auszubaggern, hat nicht das Thema, wie man eine zukünftige Verschlammung verhindert.

Gibt es trotzdem eine Möglichkeit?

Ja, wir sprechen das Thema an, fordern es ein und treiben es massiv voran: Wer auch immer ein Budget dafür hat, sollte diesen Teil miterledigen.

Das war auch Teil der Werkstatt - die Fachleute kennen das Problem. Gab es da eher das Signal, dass man schon jemanden finden werde - also einen Fördertopf. Oder, dass es eher schwierig würde?

Das wissen wir alle. Nein, das Thema hat der EUV auch mitgenommen, wie beim letzten Mal auch schon. Der Bürgermeister hat es auch schon mitgenommen. Mal schauen, wo es gelandet ist. Wir sind gespannt und werden es wieder ansprechen.

Sie machen einen optimistischen Eindruck.

Ich bin immer optimistisch.

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