Kirchentag in Dortmund

Castrop-Rauxeler sind aufgerufen: Wer kann Unterkünfte bereitstellen?

Der Evangelische Kirchentag findet in diesem Jahr vor unserer Haustür in Dortmund statt. Um die Hunderttausende Gäste unterzubringen, ist die Stadt aber zu klein. Castrop-Rauxel soll helfen.

Zum Evangelischen Kirchentag in Dortmund erwarten die Organisatoren im Juni über 200.000 Besucher. Viele davon kommen als Gäste und brauchen eine Unterkunft. Manche für einen Tag, andere für den ganzen Zeitraum vom 19. bis zum 23. Juni. 40.000 Plätze stehen in Gemeinschaftsunterkünften in Schulen zur Verfügung, weitere 20.000 in Hotels. Das reicht aber noch nicht ganz. Deswegen sucht man zusätzlich nach 8000 Privatunterkünften. Und zwar auch in Castrop-Rauxel. "Noch Platz im Revier?" so das Motto der Kampagne.

Wer einen Kirchentagsgast aufnehmen möchte, braucht dafür kein Gästezimmer. Ein Bett, ein Sofa oder eine Liege und ein kleines Frühstück am Morgen reichen völlig aus. "Bringen Sie Ihre Gäste einfach so unter, wie Sie Freunde oder Familie unterbringen würden", sagt Anna-Maria Erlinghäuser von der Geschäftsstelle des Kirchentags. Das Angebot von Privatquartieren richtet sich dabei an bestimmte Gruppen: "In Dortmund gibt es nicht genügend Privatquartiere für Familien, für Ältere, für Gäste aus dem Ausland. Darum sind die Nachbarstädte Dortmunds nun dabei, um Unterkünfte für Gäste zur Verfügung zu stellen", sagt Hans-Jürgen Knipp, Kirchentagsbeauftragter der Pauluskirchengemeinde.

Auch Knipp wird im Juni seine Tür für Gäste öffnen. Dass Castrop-Rauxel gastfreundlich ist, weiß Knipp auch aus Kirchentagserfahrung: "1991 gab es den Kirchentag im Ruhrgebiet. Da gab es in Castrop-Rauxel viele Gruppen, die in Quartieren untergebracht waren, und wir haben damals ein Feierabendmahl in der Lutherkirche gefeiert - das war alles sehr bewegend."

Gastgeber wählt Gast

Gastgeber dürfen vorab Wünsche äußern, welche Gäste sie gerne aufnehmen möchten. Auch mögliche Fremdsprachenkenntnisse sollten hier bereits angegeben werden. Melden kann man sich entweder unter der sogenannten "Schlummernummer" (0231) 99 76 82 00 oder auf der Internetseite des Kirchentages unter der Rubrik Privatquartier. "Der persönliche Kontakt ist uns da sehr wichtig. Am Ende soll es ja für alle eine tolle Erfahrung werden" sagt Erlinghäuser. Auch während des Kirchentags können die Gastgeber sich jederzeit an die Schlummernummer wenden, sollte es doch mal Probleme geben.

Tagsüber werden die Gäste am Programm des Kirchentags in Dortmund teilnehmen. "Es geht also nicht darum, die Gäste betreuen zu müssen", sagt Stephan von Kolson, Pressesprecher des Evangelischen Kirchentags. "Trotzdem sind bei solchen Gelegenheiten schon Freundschaften fürs Leben geschlossen worden", sagt Knipp. Religionszugehörigkeit oder das Alter spielen übrigens keine Rolle. Sowohl als Gastgeber, als auch als Besucher des Kirchentags versteht sich.

Unterstützt wird die Privatquartierkampagne auch von Bürgermeister Rajko Kravanja. "Wir freuen uns auf den Kirchentag quasi vor unserer Haustür. Und wir freuen uns, dass die Menschen in Castrop-Rauxel ihre Gastfreundschaft zeigen können." Auch für den Fall, dass mal etwas schiefläuft, ein Gast etwa einen Schaden im Privatquartier verursacht, kann Erlinghäuser die Gastgeber beruhigen: "Jeder Gast in Privatquartieren ist versichert."

Castrop-Rauxeler Jugendliche mit dabei

Auch wenn die Veranstaltungen allesamt in Dortmund stattfinden: Auch Castrop-Rauxel wird dort vertreten sein und beim Programm mitmischen. Jugendliche aus der Evangelischen Friedenskirchengemeinde Henrichenburg/Ickern werden zusammen mit Pfarrerin Nina Ciesielski zwei Stände auf dem Abend der Begegnung, also der Eröffnungsveranstaltung am 19. Juni, betreuen. "Ich bin eine große Kirchentagsbegeisterte und freue mich sehr darauf", sagt Ciesilski. Auch sie wird im Juni Gäste haben. Allerdings nicht über die Privatquartieraktion, sondern Freunde aus ganz Deutschland.

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