Lambertuskirche bekommt neuen kleinen Kirchturm

Millimeterarbeit 35 Meter über der Castroper Altstadt

Castrop - Ein riesiger Autokran, viele Schaulustige aus der Gemeinde und eine zweiteilige Holzkonstruktion: St. Lambertus hat einen neuen kleinen Kirchturm bekommen. Wir haben uns das vom Boden aus und vom Balkon in 43 Metern Höhe über der Castroper Altstadt angesehen.

Die Kirche St. Lambertus Castrop hat am Mittwochmorgen einen neuen Dachreiter bekommen. Der alte kleine Turm auf dem Dachfirst des Hauptschiffs war marode und ist durch einen neuen ersetzt worden. In etwa 35 Metern Höhe über den Dächern der Altstadt war das für die Zimmermänner Millimeterarbeit.

Auch eine Glocke wird bald eingebaut

Mit zwei Lastwagen wurden die zwei großen Holzteile des neuen Turms geliefert: ein Tragewerk und eine rund fünf Meter hohe Dachspitze aus Holz, die erst an Ort und Stelle in den kommenden Wochen mit Kupferblechen beschlagen werden. Danach wird noch eine Wandlungsglocke eingebaut, die künftig zum Hochfest im Gottesdienst - eben bei der Wandlung von Wein zu Christi Blut und Brot zu Christi Leib - geschlagen werden soll.

Die Arbeit am Mittwochmorgen gestaltete sich nicht ganz so einfach. Mit einem großen Autokran, der an der Marktfrau am Biesenkamp aufgestellt war, wurden die beiden Bauteile des Dachreiters und ein Kreuz für die Dachspitze über einen 40 Meter langen Ausleger nacheinander hochgezogen und auf dem Dach von vier Zimmermännern in Empfang genommen. Langsam musste es dabei gehen, denn das Türmchen musste passgenau auf die im Dachstuhl verbauten Träger aufgesetzt werden. Dazu waren der Kranfahrer am Boden und ein Handwerker auf dem Gerüst auf dem Kirchdach in Funkkontakt.

Beim ersten Bauteil hakte es auch gleich, wie einige Gemeindemitglieder vom Balkon des großen Kirchturms aus, 148 Stufen und etwa 43 Meter über dem Boden, beobachten konnten: Die Konstruktion stand erst schief auf den Trägern, verhakte sich dann auch noch leicht. Mit Hämmern, Sägen und anderen Passungsarbeiten war das erste Bauteil nach etwa einer Stunde befestigt. Danach kam die Kirchturmspitze an den Haken des Autokrans, baumelte gegen 9.15 Uhr über dem Kirchdach.

Witterungs- und Sturmschäden machten neues Dach erforderlich

Am kleinen Turm auf dem Hauptschiff des Kirchgebäudes von 1891 wurden im Zuge der Sanierungsarbeiten am Kirchdach ebenfalls starke Witterungsschäden festgestellt. "Wir konnten von Glück reden", sagte Kirchenvorstandsmitglied Klaus Schuchardt am Mittwoch, "dass er nicht bei einem Sturm heruntergefegt wurde." Die Dachsanierung ist für St. Lambertus und das Erzbistum Paderborn ein Millionenprojekt. Es könnte sein, dass bald auch das Dach des alten Kirchbaus, heute das Seitenschiff, saniert werden muss.

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