Lesung im Kaffeehaus

So sexy ist unser Gehirn

Castrop - Wir treffen Entscheidungen nicht bewusst. Ob Autokauf oder ein neuer Partner: Das entscheidet unser Unterbewusstsein für uns. Und wir kriegen nicht mal etwas davon mit. Die Castroper Leselust lädt für 1. März zu einer Lesung mit dem Neurologen Dr. Magnus Heier in das Kaffeehaus am Münstertor ein. Er erklärt, warum Partnerplattformen im Internet eigentlich Quatsch sind.

Wieso verlieben wir uns in den, in den wir uns verlieben? Welche Entscheidungen treffen wir bewusst? Und wie viel Einfluss hat das Unterbewusstsein, von dem wir gar nichts merken? Diesen Fragen geht der Neurologe und Journalist in einem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde nach. Vor fünf Jahren war Magnus Heier zum ersten Mal bei einem Science Slam - und sofort begeistert von der Vortragsweise. Fünf Wissenschaftler haben nacheinander zehn Minuten Zeit, ein wissenschaftliches Thema einem nicht-wissenschaftlichen Publikum zu präsentieren. Das Publikum entscheidet, wer gewinnt. Der Sieger bekommt ein vergoldetes Plastikhirn. Wie gemacht für den Neurologen Heier, der danach seinen ersten Vortrag zum Thema Gehirn schrieb. Mittlerweile habe er 20 solcher Vorträge in der Schublade.

Wie lassen wir uns täuschen?

"Das Gehirn ist das schönste Organ, das wir haben", sagt Heier. "Und es ist sexy." Das Überthema des Vortrags im Kaffeehaus ist "Wie extrem lässt sich das Gehirn täuschen"? Angelehnt an den Valentinstag soll es auch darum gehen, warum wir uns in jemanden verlieben. "Das ist keinesfalls eine nüchterne Abwägung", sagt Heier. "Wenn wir die Faktoren kennen würden, die uns beim Verlieben beeinflussen, wäre uns das peinlich." Vor allem Stimme, Mimik und Gerüche seien ausschlaggebend. Solche Entscheidungen trifft alleine das Unterbewusstsein - auch die Entscheidung für ein neues Handy oder Auto. "Wir denken, dass wir uns bewusst entscheiden", sagt Heier. "Aber bevor wir anfangen, bewusst darüber nachzudenken, hat das Unterbewusstsein schon längst die Entscheidung getroffen."

Augen auf bei der Partnerwahl

Vergleichen könne man das gut mit einem Eisberg: Der verschwindend kleine Teil, der oben zu sehen sei, sei das Bewusstsein und der viel größere untere Teil das Unterbewusstsein. Und wenn eine Entscheidung doch mal schiefgeht, kann man die meistens noch korrigieren. Magnus Heier gibt bei der Lesung Tipps, was man zum Beispiel bei der Partnerwahl hätte besser machen können. Zwar ohne Patentrezept, aber mit Augenzwinkern.

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