Madhouse Open Air

Poolparty der härteren Art im Parkbad Süd

Castrop-Rauxel - Das erste Madhouse Open Air war nach Aussage der beiden Veranstalter ein Erfolg - auch wenn die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurück blieben. Das stellten auch einige der Gäste fest, die wir befragten. Gibt es 2019 schon eine zweite Auflage?

Hochsommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein, doch im Parkbad Süd gab es keine Abkühlung. Im Gegenteil: Metalcore-Bands heizten dem Publikum beim Madhouse Open Air mit harten Gitarrensounds am Samstag zusätzlich ein. "Das ist die heißeste Poolparty in Castrop-Rauxel", ruft Dave Grunewald, Sänger der Band Annisokay von der Bühne im Becken. Gegen 21.30 Uhr ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Die Band aus Halle an der Saale muss sich beeilen, ihre Songs vorzutragen. In einer Viertelstunde ist Schluss. Auf ein, zwei Songs wird die Band daher verzichten müssen. So wie auch andere Bands zuvor.

"Wir haben erst im Laufe des Tages durch das Ordnungsamt erfahren, dass es aufgrund von Genehmigungen für das Parkbad Nord nur bis 21.45 Uhr gehen kann", erklärte Mathias Sittek, der das Festival gemeinsam mit Rene Brauer zum ersten Mal veranstaltet. Der ursprüngliche Zeitplan hatte ein Ende nach 22 Uhr vorgesehen. Annisokay schaffen gerade so noch eine Zugabe - dann ist pünktlich Schluss.

Mit über 300 Gästen kamen weniger Besucher als erwartet. Dennoch war es für die Veranstalter eine gute Premiere. "Wir sind mit dem Tag zufrieden", so Sittek. Und Brauer ergänzt: "Viele Leute sind gekommen, sind nach ein paar Stunden wieder abgehauen - wohl Leute, die nur für eine Band gekommen sind." 2019 soll es das Madhouse Open Air erneut geben.

Dem Publikum würde das gefallen. "Es ist super, hier ein Festival zu haben", sagen die beiden Castrop-Rauxelerinnen Mariola Przybilla und Bonita Welsch, "für die Bands ist es nur schade, dass so wenig Leute gekommen sind."

Doreen Hoffmann hat gerade eine Runde Crowdsurfing hinter sich. Während des Auftritts von A Traitor Like Judas wurde sie von den übrigen Zuschauer über die Menge getragen. "Ich wollte Annisokay sehen", sagt die 21-Jährige, "außerdem A Traitor Like Judas zum Abschied, weil sich die Band ja bald auflöst." Dafür ist sie eigens aus dem baden-würtembergischen Offenbach angereist, acht Stunden war sie unterwegs. Doreen Hoffmann hat sich das komplette Programm angesehen und will wieder kommen.

"Wäre cool, wenn das nächstes Jahr voller würde"

"Ganz geil hier, nur ein bisschen leer", so Daniel Moczarski, "wäre cool, wenn das nächstes Jahr voller würde." Er und seine Entourage sind wegen Annisokay aus Bochum und Düsseldorf gekommen, haben aber auch die übrigen Bands gesehen.

Joshua Hillmann, Sascha Gramm (beide aus Castrop-Rauxel), Björn Mikosch (Selm) und Justin Deckert (Witten) muss man gar nicht fragen. Fett prangt der Schriftzug der Band aus Halle auf ihren T-Shirts. Und so haben sich die Vier spontan für Konzert zusammengetan. Muazzcz Yilmaz kam aus Dortmund für Annisokay. Sie sieht die Band bereits zum vierten Mal in diesem Jahr. "Es ist nicht so überlaufen", so Muazzcz Yilmaz, "das ist sehr angenehm."

Verkürzter Zeitplan brachte das Programm ein bisschen durcheinander

Die einzigen, die offensichtlich wegen einer anderen Band gekommen sind, sind die vier Jungs in den A-Thousand-Suns-Fanshirts vor der Bühne. Die Castrop-Rauxeler Band mit Veranstalter Brauer als einen von zwei Sängern stellte ihr Debütalbum Memories vor, konnte es aber aufgrund des geänderten Zeitplans nicht vollständig aufführen.

Trotz dieses kleinen Schönheitsfehlers mochten alle Bands das Festival mit dem Freibad-Flair offenbar. "Die Bands haben sich wohlgefühlt", sagte Sittek. Und Annisokay-Sänger Dave Grundwald erklärte im Backstage-Gespräch: "Wir kommen gerne noch mal."

Metalcore mitten in der Altstadt - geht das?

Mitten in der Altstadt diese Musik - kann das funktionieren? Veranstalter Sittek sagte im Interview: "Klar, so ein Konzert mitten im Stadtgarten, umgeben von schönen Häusern und Altenheimen - uns war bewusst, dass das nicht bei jedem Anklang findet. Es ist nur immer die Frage: Macht man was in Castrop oder nicht? Es ist ja immer weniger los hier, Diskotheken haben zu gemacht, die Vergnügungssteuer gibt es noch. Da muss man auf Konzerte ausweichen und auf Freundschaftspreise hoffen." Sechs Stunden Schlagermusik a la Olaf Henning, das sei in den Gärten rundherum vielleicht angenehmer. "Das können wir irgendwo auch verstehen", so Sittek. "Aber es war ein fairer Umgang vom Ordnungsamt. Vielen Dank."

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