Massiver Stromausfall

Wenn der Notfall ganz plötzlich eintritt und nichts mehr geht

Ein massiver Stromausfall kann das öffentliche Leben lahm legen. Um auch in einem solchen Fall einen Notruf tätigen zu können, werden 81 Notfall-Infopunkte eingerichtet.

Ein Stromausfall legt nicht nur das öffentliche Leben lahm, er betrifft auch Privathaushalte an unterschiedlichen Stellen. Was es für die Menschen bedeutet, wenn Elektrizität mehrere Tage nicht zur Verfügung steht, hat die Schneekatastrophe im Westmünsterland 2005 gezeigt. Viele ansonsten selbstverständliche Dinge des alltäglichen Lebens wie Internet, Heizung, Tankstellen, Kühlschränke, Supermärkte oder Geldautomaten funktionieren meist nicht mehr.

Damit die Menschen im Kreis Recklinghausen auch dann Notrufe absetzen können, wenn Festnetz und Mobilfunk nicht zur Verfügung stehen, gibt es ab sofort Notfall-Infopunkte im Kreis Recklinghausen. Landrat Cay Süberkrüb, Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen und die Bürgermeister im Kreis haben am Donnerstag den Startschuss für die Umsetzung des Konzepts gegeben.

Neun Punkte in der Stadt

Die Feuerwehren haben kreisweit insgesamt 81 Orte festgelegt, an denen in Notfällen die Notrufe aufgegeben werden können. Neun dieser Infopunkte gibt es in Castrop-Rauxel, verteilt über das Stadtgebiet.

Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, DRK, THW und DLRG geben von den Info-Punkten im Notfall die Informationen per Funk an die Leitstelle weiter, die dann in gewohnter Form die Rettungskräfte alarmiert. "Wir hoffen, dass wir diese Punkte nicht aktivieren müssen. Aber es ist gut, für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein", so Landrat Cay Süberkrüb.

Kreisweit einheitliches Konzept

Aktiviert werden die Notfall-Infopunkte, wenn durch einen längeren Stromausfall in einem größeren Bereich die Telefonnetze nicht mehr zur Verfügung stehen. "Per Gesetz sind die Städte für die Einrichtung des Notrufs 112 zuständig. Uns war allerdings wichtig, dass wir kreisweit ein einheitliches Konzept haben, damit sich die Einsatzkräfte gegenseitig unterstützen können", sagt Kreisbrandmeister Robert Gurk. Lars Jesse, stellvertretender Leiter der Kreisleitstelle, ergänzt: "Wir haben das Abfrageformular gemeinsam entwickelt. Dadurch ist sichergestellt, dass unsere Disponenten die entscheidenden Informationen bekommen - unabhängig davon, wer einen Notfall-Infopunkt besetzt."

Alarmierung erfolgt durch die Feuerwehr

Für die Bevölkerung erkennbar sind die Notfall-Infopunkte an großen, roten Schildern mit weißer Aufschrift "Notfall-Infopunkt". Die Alarmierung für die Besetzung erfolgt durch die Kreisleitstelle. Vor Ort stehen einheitliche Boxen zur Verfügung. Darin sind Formulare für die Notrufannahme, aber auch Schreibmaterial, Magnete und vieles mehr.

Die Notfall-Infopunkte werden bei längerem Stromausfall oder bei Totalausfall der Telefonnetze durch Rettungskräfte der Feuerwehren besetzt. Sie nehmen dort die Notfall-Meldungen aus der Bevölkerung entgegen und übermitteln sie per Funk an die Kreisleitstelle, damit die benötigten Einsatzkräfte zu ihnen entsandt werden können.

Besetzt werden die Stellen nur, wenn der Strom oder das Telefonnetz (Festnetz und Mobilfunk) länger ausfallen. Im Normalfall sind die Punkte nicht besetzt. Die Notfall-Infopunkte sind eingerichtet, damit man im Falle eines längeren Stromausfalls Notrufe absetzen kann. Lebensmittel oder Aufwärmmöglichkeiten gibt es dort nicht.

Auf Durchsagen im Radio achten

Wenn der Strom über längere Zeit ausfällt, gibt es für die Bevölkerung Verhaltens-Regeln. So sollte man in einem solchen Fall erst einmal auf Durchsagen im Radio achten. Denn in Notsituationen werden die Behörden und Hilfsorganisationen auf diesem Weg versuchen, möglichst viele Menschen zu informieren. Falls das Radio am Stromnetz hängt, gilt: Ein Autoradio funktioniert auch ohne Strom.

Weitere Anregungen, was man im, aber auch vor dem Notfall tun kann, findet man auf der Internetseite des Kreises Recklinghausen. Dort gibt es auch eine Karte und eine Liste mit sämtlichen Notfall-Infopunkten.

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