Mathetest zum Miträtseln

Sind Sie besser in Mathe als Neuntklässler?

CASTROP-RAUXEL - Es war eine Premiere. In der Willy-Brandt-Gesamtschule in Castrop-Rauxel traten die vier Mathe-E-Kurse der Jahrgangsstufe 9 in einem Mathetest gegeneinander an. Wir haben uns die Aufgaben geben lassen. Können Sie sie lösen? Hier können Sie miträtseln.

Rauchende Köpfe. Intensive Diskussionen. "Hilft uns jetzt eine Klammer weiter?", fragt eine Schülerin. "Nein, wir müssen das anders lösen", erwidert eine andere. Es läuft die vierte Stunde an der Willy-Brandt-Gesamtschule (WBG). Es ist Mathe-Turnier-Zeit. Gefordert sind die vier E-Kurse der neunten Stufe. Vier Schülerinnen und Schüler vertreten jeweils einen Kurs. "Die Kurse haben im Vorfeld abgestimmt, wer sie vertreten soll", erklärt Ulrich Brauner. Es ist seit 34 Jahren Lehrkraft am WBG und Mitorganisator des Turniers.

Schüler waren an Entwicklung der Aufgaben beteiligt

Die Idee, ein solches Turnier auszurichten, entstand bereits im vergangenen Jahr. Schüler und Schülerinnen der WBG-Oberstufe nahmen am 29. September 2017 am Bonner-Matheturnier teil. Auf dem Rückweg reifte unter ihnen die Idee, ein solches Turnier an der heimischen Schule auszurichten. Brauner sagt auf Nachfrage: "Sie waren auch an der Entwicklung der Aufgaben beteiligt."

Im WBG sitzen die Teams an Gruppentischen und müssen zehn Aufgaben in zwei verschiedenen Schwierigkeitsstufen lösen. Einfach und schwierig. Für die schwierigen Aufgaben sind zwei Versuche zulässig. Insgesamt haben die Teams 40 Minuten Zeit. Für jede richtige Lösung gibt es Punkte. Ein Livescoring mittels Laptop, Exceltabelle und Beamer hält alle Teilnehmer auf dem aktuellen Gesamtpunktestand. "Da ist hier ein richtiger Wettkampf", so Brauner. Taschenrechner und Handys sind selbstverständlich tabu.

Damit es zu keinen Schummelleinen kommt, überwachen vier weitere Lehrkräfte (Martin Ruhe, Sündüz Turhan, Mathias Hoffmann und Referendarin Lisa Donnay) den Wettkampf. Sie sind es auch, die überprüfen, ob die erarbeiteten Lösungen der Teams korrekt sind.

Zehn richtige Antworten schafft am Ende kein Team

Dass der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben doch erheblich ist, zeigt sich nicht nur an den intensiven Diskussionen. Es dauert auch gut zehn Minuten, ehe alle Teams ihre ersten Punkte gesammelt haben. Auch zehn richtige Antworten schafft am Ende kein Team. "Wir haben uns vielleicht ein bisschen in der Schwierigkeit vergriffen", sagt Horst Timm. Er ist ebenfalls Lehrer am WBG und hat die Aufgaben im Vorfeld gegengerechnet.

Es kristallisiert sich schnell heraus: Teamarbeit ist das A und O. "Einzelkämpfer haben hier keine Chance", sagt Brauner. An Ehrgeiz mangelte es übrigens keiner Gruppe. Immer wieder gehen die Blicke der Teilnehmer zur Punktübersicht an der Wand. "Komm, los, wir sind gleich vorne", ist im Stimmenwirrwarr zu hören.

Auf drei Tischen stapeln sich bereits nach einer halben Stunde etliche Zettel. Zahlen, Skizzen und Formel stehen darauf. Geodreiecke und Stifte liegen ebenfalls bunt durcheinandergemischt auf den Tischen. Brauner wandert von Team zu Team und spornt diese zusätzlich an. Es sagt: "Es ist doch toll zu sehen, dass in einem Hassfach wie Mathematik ein solcher Wettstreit und solche Emotionen möglich sind."

Drei von vier Teams liegen dicht beieinander

Als Brauner verkündet, dass nur noch zwei Minuten übrig seien, steigt der Geräuschpegel noch ein wenig mehr an. Zettel werden hin und her geschoben. Fieberhaft wird nach einer letzten Lösung gesucht. Das Rennen ist eng. Drei von vier Teams liegen dicht beieinander. Lediglich die reine Jungengruppe "Busch" hat sich an der Spitze etwas abgesetzt. Sie sichert sich am Ende auch den Premierensieg.

Es sind Julian Liedtke (15), Tim Zikesch (14), Necati Canibek (15) und Erik Reschtnik (14). Die Vier hätten eine klare Strategie verfolgt, wie Zikesch sagt: "Wir haben viel gesprochen und jeder in der Gruppe hatte eine Aufgabe. Das hat gut geklappt." Eine gezielte Vorbereitung habe es nicht gegeben, ergänzt Canibek. Ihr persönliches Fazit sei durchweg positiv, betonen die Sieger im Tenor.

Pädagogischer Gedanke voll erfüllt

Eine gemeinsame Evaluierung würde es auch noch geben, sagt Brauner. Und ergänzt: "Obwohl die Aufgaben etwas zu schwierig waren, wurde der pädagogische Gedanke voll erfüllt." Es ginge darum, begabten Schülerinnen und Schüler der Mathematik einen Anreiz zu geben, bei der Stange zu bleiben.

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