Mehrfach-Täterin

Zweifache Mutter entgeht knapp der Haft mit dem Baby

Castrop-Rauxel - Die zweifache Mutter wird 25 Jahre alt. Ihr Vorstrafenregister weist schon zwölf Einträge auf: Körperverletzung, Diebstahl, Leistungserschleichung. Und Hehlerei. Deswegen steht sie unter Bewährung. Der schwerste von drei neuen Anklagepunkten: Beleidigung und Übergriff auf zwei Polizisten bei einer versuchten Gefangenenbefreiung.

Unter anderem boxte sie einer Polizistin in den Bauch. "Für meine große Liebe würde ich die Schlampe noch mal beleidigen", soll sie gerufen haben. "Das war so", gestand der Verteidiger für seine Mandantin - und zwar alle Vorwürfe. "Da sind ihr wohl die Hormone durchgegangen."

Trotz der "großen Liebe" traf sie zwei Monate später über ein Dating-Portal eine Verabredung. "Ich wollte keinen Sex, nur mal gucken, wie solche Verabredungen laufen", erklärte die Angeklagte. Als es beim Date darum ging, sich auf den Weg zu ihrer Wohnung zu machen, machte sie sich mit der Ausrede, an einer Tankstelle zur Toilette gehen zu wollen, aus dem Staub. Eine Freundin habe sie verdeckt begleitet und von dort mitgenommen. Gestohlen haben soll sie laut Anzeige des Dating-Partners 100 Euro aus dessen Wohnwagen. Das leugnete die Angeklagte: "Der war wohl sauer", sagte sie leugnend.

Übrig blieb die Sache mit der Polizei

Diesen Anklagepunkt stellte der Richter in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft ebenso wegen Geringfügigkeit ein wie die Anklage, eine Tankrechnung nicht bezahlt zu haben. Blieb die Sache mit der Polizei: Positiv wurde bewertet, dass die Frau geständig war, negativ einschlägige Vorstrafen und zwei laufende Bewährungen. Der Bewährungshelfer legte ein gutes Wort ein, schilderte schwierige Familienverhältnisse und ihr impulsives Wesen, verursacht auch durch die Krankheit ADHS. Er verwies auf die Verantwortung für das drei Monate alte Baby.

Haftstrafe über zehn Monate zur Bewährung

Aspekte, die den Richter veranlassten, die dritte Haftstrafe über zehn Monate zur Bewährung auszusetzen. Alternative wäre die JVA Fröndenberg, wo Mütter mit Kleinkindern ihre Haft absitzen können, gewesen. "Jetzt muss aber endlich Schluss sein, Sie dürfen nicht mal mehr bei Rot über eine Ampel gehen", gab er der Angeklagten eindringlich mit auf den Weg.

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