Mitfahrt verweigert

Zwei Busfahrer ließen Mutter und Kind in der Kälte stehen

HABINGHORST. - Die Busse der Linie 482 in Castrop-Rauxel sind oft hoch frequentiert. Die Schulkinder wollen nach Hause. Doch auch weitere Fahrgäste wollen mit dem Bus fahren. Einer Mutter und ihrem acht Monate alten Sohn im Kinderwagen wurde die Fahrt mit der Linie 482 jedoch gleich zweimal verweigert. Die Busfahrer ließen sie in der Kälte stehen.

Bushaltestelle Habinghorster Straße: Hier stand am Montagnachmittag, 8. Januar, eine junge Mutter mit ihrem acht Monate alten Sohn im Kinderwagen und wollte mit der Linie 482 über Dortmund-Mengede heim nach Bochum. Der Bus kam pünktlich um 15.21 Uhr - und fuhr ohne Mutter und Kind weiter. Zu voll.

Die Frau harrte weitere 20 Minuten aus und erlebte dieselbe Situation. Der Bus der Linie 482, wieder proppevoll mit Schülern, nahm sie ebenfalls nicht mit. Inzwischen durchgefroren rief die Frau ein Taxi, der Heimweg kostete so 35 Euro. Ein Umstand, der ihren Vater Horst Trzebeatowski wütend macht. "Da gibt es in den Bussen doch extra Flächen für Kinderwagen oder Rollatoren. So kann man mit Fahrgästen doch nicht umgehen. Die Fahrer haben sich nicht bemüht, sind einfach weitergefahren", sagt der 80-Jährige.

"Es hätte Platz gemacht werden müssen"

Britta Heydenbluth, Pressesprecherin der DSW21, erklärt: "Die Fläche gibt es, und wenn sie zum Beispiel mit einem Fahrrad belegt gewesen wäre, was grundsätzlich gestattet ist, hätte der Radfahrer für den Kinderwagen Platz machen müssen."

Ihre Recherchen haben die Situation bestätigt. Weil Schulen in der Umgebung gegen 15 Uhr Unterrichtsende hätten, seien die Busse in der Tat überfüllt gewesen. Und zusätzliche Ersatzbusse für Schüler führen um diese Zeit nicht mehr.

"Der Fahrer konnte nicht anders handeln. Und weil der Fahrplan so eng ist, konnte er der wartenden Frau die Lage auch nicht erklären", sagt sie. Er könne ja nicht einfach einige Schüler aus dem Bus werfen. "Das ist wirklich eine unschöne Situation. Wir können uns bei der Frau nur entschuldigen."

Fahrer hatte den Vorfall gemeldet

Der Fahrer eines der beiden Busse habe den Fall an die Einsatzleitung gemeldet. Das könne nun Anlass sein, eine Fahrgastzählung vorzunehmen, um Zeiten eines besonders hohen Kunden-Aufkommens zu erfassen und entsprechend zu reagieren.

Reagieren wird auch die Tochter, die regelmäßig kommt, um Horst Trzebeatowski im Haushalt zu unterstützen. Den Montag wird sie fortan meiden. "Sie kommt demnächst am Wochenende, dann sind ja keine Schüler unterwegs", sagt der Vater.

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