Moden Albuschat

46 Jahre Kleider, Messen und Modenschauen auf dem Wochenmarkt

"Moden Albuschat" verabschiedet sich nach 46 Jahren endgültig vom Marktgeschäft. Am Dienstag stand Heike Kitzmann zum letzten Mal mit ihrem Stand im Herzen von Ickern.

Gutes Wetter, viele lieb gewonnene Kundinnen und (ehemalige) Verkäuferinnen, dazu ein Gläschen Sekt und Orangensaft. So hat Heike Kitzmann (54), Inhaberin von "Moden Albuschat", Dienstag ihren letzten Tag als Marktbeschickerin gefeiert. Nach 46 Jahren ist Schluss.

Nicht weil der Umsatz fehlt. "Gesundheitlich kann ich es einfach nicht mehr", sagt Kitzmann. Marktfrau und Modeverkäuferin aus Leidenschaft ist sie gewesen. Das hat Kitzmann von Mutter und Namensgeberin Elke Albuschat (75) in die Wiege gelegt bekommen, die "Moden Albuschat" 1972 gegründet hat. Die ersten Jahre tourte sie mit dem Stand auch noch über Märkte in Gelsenkirchen, Wanne-Eickel und Bottrop. "Als ich dann meine dritte Tochter bekommen habe, ging das nicht mehr", erzählt Elke Albuschat. Seit 1975 steht der Verkaufsanhänger deshalb ausschließlich auf den Märkten in Habinghorst und Ickern. 1976 kam Tochter Barbara zur Welt.

1999 übernahm Tochter Heike das Geschäft komplett

Und auch wenn Mutter Elke bereits vor 19 Jahren in Rente gegangen ist - 1999 übernahm Tochter Heike das Geschäft komplett - wird der letzte Abschied nicht spurlos an ihr vorbeiziehen. "Vier Mal in der Woche hat Heike den Anhänger von unserem Hof geholt, das wird mir fehlen", sagt sie. Genauso wie der Kontakt zu den Kundinnen. Denn bei "Moden Albuschat" ging es nicht nur in der Geschäftsführung immer sehr familiär zu. "Man hat die Kunden im Laufe der Jahre schon sehr gut kennengelernt", so Albuschat. Gerade die soziale Komponente sei auf dem Markt immer sehr wichtig. "Und natürlich das Vertrauen der Kundinnen in unsere Fachberatung. Gerade wenn es um eine Hochzeit oder einen Geburtstag ging", sagt Heike Kitzmann.

Die Kleidung, die Kitzmann verkauft, kam nicht einfach von irgendeiner Stange. Regelmäßig besuchte sie Modemessen, suchte nach genau dem Richtigen. Oft begleitet von ihrer Mutter. "Sie hatte einfach gerne meine Erfahrung mit dabei. Auch wenn sie die nicht gebraucht hätte", sagt Elke Albuschat und lacht.

"Wir hatten auch gerne was sehr Elegantes im Angebot"

"Die Mode war zwar auch für ältere Damen, aber wir hatten auch gerne was sehr Elegantes aus Italien im Angebot", sagt Dorothe Kneyder. Die jüngere Schwester von Heike Kitzmann ist selbst berufstätig, packte besonders samstags aber öfter auf dem Markt mit an. "Die waren schon als kleine Mädchen mit dabei", sagt Marlies Pfitzer. "Sehr tüchtige Mädchen muss man dazu sagen." Die 75-Jährige muss es wissen. Zehn Jahre, von 1978 bis 1988, war sie als Verkäuferin bei "Moden Albuschat". "Es war eine tolle Zeit", sagt Pfitzer.

Auch die Modenschauen, die die Frauen seit 15 Jahren im Pfarrheim der Gemeinde St. Josef veranstalten, meint sie damit. "Zweimal im Jahr haben wir das gemacht. Immer zur Saison", sagt Kitzmann. Laufsteg, Models und Musik durften dabei natürlich nicht fehlen. Der Clou: "Unsere Models waren immer unsere Verkäuferinnen und Kundinnen." Genau die Frauen, die die Mode auch tragen würden.

Der Anhänger soll jetzt verkauft werden

Es bleibt das Herzstück des Geschäftes. Der Anhänger, von dem aus die Waren verkauft wurden. "Den hat mein Vater selbst gebaut", sagt Kitzmann. Der war Zimmermann. Inklusive aller Finessen - etwa die stufig angelegten Warenauslagen oder ein ausklappbarer kleiner Tresen für noch mehr Platz - um seinen Marktfrauen das harte Marktgeschäft so leicht wie möglich zu machen. Das Einzelstück wird jetzt verkauft. Vorschläge, was man denn daraus machen könnte, gab es wohl schon einige. Einen Partywagen etwa. "Ich habe gesagt, dass jeder damit tun kann, was er will, wenn er den Wagen kauft", sagt Kitzmann und lacht.

Ihr besonderer Dank für all die Jahre geht an ihre Familie: "Ohne all die Unterstützung hätte es niemals funktioniert."

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