Nacht der Jugendkultur

In Ickern fährt ein Zug auf der Betonwand

Graffiti-Künstler haben in der Nacht der Jugendkultur die Wände am Jugendzentrum Trafo neu gestaltet. Dem Bassisten der Band "A Thousand Suns" passierte beim Abschiedskonzert ein Missgeschick.

Unter dem Motto "Graffiti 'n? Tunes" ging am Samstagabend die neunte Nacht der Jugendkultur im Jugendzentrum Trafo über die Bühne. Zwei Bands spielten auf, während Graffiti-Künstler ihr Können an den zur Verfügung gestellten Beton-Wänden zeigten. Die gibt es bereits seit Jahren, und sie werden auch immer wieder mit Farbdosen bearbeitet.

Intensiver Geruch

Bevor man das Gelände überhaupt betrat, zeugte ein intensiver Lösungsmittelgeruch davon, dass am Samstag offenbar nicht an Sprühfarbe gespart wurde. Einen ganzen Zug brachten die Dosen-Künstler auf die Wand. Und den besprühten sie dann mit ihren "Tags" - ganz legal.

"Wir hätten hier vielleicht, als zusätzliches Angebot, den Film Wholetrain auf einer Leinwand laufen lassen können", sagte Ulli Müller, der seit 1997 in der Jugendarbeit aktiv ist, mit einem Lächeln auf den Lippen. Der deutsche Kinofilm aus dem Jahr 2006 setzte sich als erster Streifen mit dem heimischen Graffiti-Milieu dokumentarisch auseinander. Mit Flächen im Trafo und dem Altstadt-Jugendzentrum Bogi´s hält Müller die vielleicht die einzig legalen Wände für Graffiti bereit. Das Angebot stehe allen offen, nicht nur den Akteuren in der Nacht der Jugendkultur.

Und auch am Tisch auf der Terrasse wurde mit Sprühfarben gearbeitet. Stencils (englisch für Schablonen) mit verschiedenen Motiven lagen bereit. Damit wurden T-Shirts gestaltet.

Das Angebot wurde gut angenommen, insgesamt war Müller mit dem Zulauf recht zufrieden - auch wenn er sich über noch mehr gefreut hätte. "Es ist heute so einiges los in Castrop-Rauxel", so Müller. Dennoch sei die Nacht der Jugendkultur seit Jahren ein Erfolg. Es gibt sie seit dem Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010. 85 Städte in Nordrhein-Westfalen feierten das Ereignis am Samstagabend zeitgleich. Es wird aus Landesmitteln gefördert.

Panne vorm Konzert

Im Innenraum ließen es "A Thousand Suns" gehörig krachen. Die Castrop-Rauxeler Metalcore-Band hatte im Sommer ihr erstes Album herausgebracht und auf dem Madhouse Open Air im Parkbad Süd vorgestellt. Der Auftritt vor vergleichsweise überschaubarem Jugendzentrum-Publikum war dennoch ein besonderes Ereignis. Es war das letzte Mal, dass Bassist Lukas van Eik gemeinsam mit "A Thousand Suns" die Bühne betrat. Ausgerechnet bei seinem Abschiedskonzert riss die E-Saite seines Instruments - mit Sicherheit nicht die am seltensten angespielte Saite einer Bass-Gitarre. Doch auf der Bühne musste es schnell gehen. Lukas van Eik stimmte die verbliebenen Saiten um. "Ich stehe voll hinter der Band", erklärte er nach dem Auftritt gegenüber dieser Zeitung, "ich bin stolz darauf, selbst Fan unserer Musik zu sein. Doch aus beruflichen Gründen brauche ich eine Auszeit." Er macht eine Ausbildung zum Mechatroniker. Sein Abschied von der Band fiel ihm sichtlich schwer.

Anschließend spielten "Rogue" aus Becklem.

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