Nathan der Weise wird aufgeführt

Neues WLT-Stück ist aktueller denn je

Castrop-Rauxel - Das Stück "Nathan der Weise" des Westfälischen Landestheaters feiert am Sonntag, 8. April, Premiere. Restkarten sind auch noch erhältlich. Der Inhalt von Lessings Werk, das 1779 veröffentlicht wurde und unter anderem für das friedvolle Miteinander der Religionen steht, ist aktueller denn je.

Mit der Frage, welche der drei Weltreligionen die einzig Richtige sei, fordert Sultan Saladin den Juden Nathan in Lessings "Nathan der Weise" heraus: "Ich dächte, dass die Religionen, die ich dir genannt, doch wohl zu unterscheiden wären." Nathan selbst ist mit den Religionskonflikten täglich konfrontiert. Mit seiner Tochter Recha, die von der Christin Daja großgezogen wurde, lebt er in Zeiten der Kreuzzüge im muslimisch geprägten Jerusalem.

Doch das friedliche Zusammenspiel der Religionen scheint nur auf den ersten Blick zu funktionieren, im Hintergrund toben die kriegerischen Machtkämpfe zwischen Saladin und dem christlichen Patriarchen um die Heilige Stadt.

Das Westfälische Landestheater (WLT) bringt "Nathan der Weise" in der Inszenierung von Markus Kopf auf die Bühne. Premiere ist am Sonntag, 8. April, um 18 Uhr in der Stadthalle. "Seit seiner Entstehung gilt das Werk Lessings als Appell für Toleranz und das friedvolle Miteinander der Religionen. Eine Utopie, die heute aktueller denn je ist", sagt Dramaturg Christian Scholze.

Regisseur Markus Kopf ergänzt: "Das Stück hat im 21. Jahrhundert keineswegs an Aktualität verloren, im Gegenteil. Die Religionskriege - schauen wir einmal nach Syrien oder Irak - gestalten unseren weltpolitischen Alltag. Umso wichtiger ist es, sich mit dem Thema des Toleranzgedankens zu beschäftigen."

Gegenwart in den Inszenierungen geschaffen

Eine Geschichte über Akzeptanz und die Möglichkeit, sich in seinen unterschiedlichen Glaubensbekenntnissen zu tolerieren, steht unserer Realität radikal entgegen. "Für mich ist es wichtig, in meinen Inszenierungen eine Gegenwart zu schaffen. Das heißt, das Geschehen auf der Bühne mit dem in Reibung zu bringen, was den zeitgenössischen Zuschauer umgibt", so Kopf. Das Publikum könne eine Inszenierung erwarten, die in heutige Kriegssituationen versetzt wurde. Dies spiegele sich auch im Bühnenbild und den Kostümen wider.

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