Ordnungsamtsmitarbeiter in Rangelei verwickelt

Neuer kommunaler Außendienst bekommt Schläge ab

Castrop - Er soll für mehr Sicherheit an Brennpunkten in der Stadt sorgen. Am Freitagabend, das ergaben jetzt Recherchen unserer Redaktion, wurde ein Mitarbeiter des Ordnungsdienstes in eine Rangelei verwickelt. Er fällt aktuell aus, weil er mindestens zweimal ins Gesicht geschlagen wurde.

So schildert die Polizei den Vorfall am Freitag, 9. Februar, um etwa 23.30 Uhr an der Widumer Straße / Ecke Lönsstraße:

Ein Mitarbeiter des Ordnungsdienstes der Stadt ist mit einem Kollegen auf Streifengang unterwegs. Die beiden Männer beobachten, wie zwei Männer in der Innenstadt miteinander in Streit geraten. Die beiden haben nach Einschätzung der Außendienst-Mitarbeiter Alkohol getrunken. Der Ordnungsdienst entschließt sich zum Eingriff, ehe die Situation eskaliert: Der 38-jährige Mitarbeiter will schlichten, gibt sich auch eindeutig als Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu erkennen. "Es kann ja auch mal sein, dass jemand anders einschreitet", so Michael Franz. Er wird dabei aber von einem der Streithähne, einem 41-jährigen Castrop-Rauxeler, angegriffen.

Er bekommt bei der Auseinandersetzung zwei Schläge ins Gesicht. Dann hält der 38-jährige Mann den Schläger fest, sein Kollege ruft die Polizei an. Polizisten von der Wache Castrop nehmen den Täter in Gewahrsam und führen ihn mit auf die Wache. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wird er dort entlassen.

Über Verletzungen steht im Polizeibericht nichts Detailliertes. "Er wird sich aber in ärztliche Behandlung begeben haben, denn er klagte über Schmerzen", so Michael Franz auf Anfrage.

Was sagt die Stadtverwaltung, bei der die Männer angestellt sind, zu dem Vorfall?

Auf Anfrage teilt Nicole Fulgenzi mit, dass der kommunale Außendienst tatsächlich beim Schlichten einer Auseinandersetzung in der Altstadt leicht verletzt worden sei. Sie spricht von einer "Rangelei". "Die Polizei wurde verständigt und der Betroffene abgeführt", so Fulgenzi weiter. Der Außendienst sei seit Dezember im Stadtgebiet unterwegs. Um zwei neue Stellen hatte es im vergangenen Jahr eine intensive Diskussion gegeben. Die Stellen wurden geschaffen, die Mitarbeiter ausgestattet und geschult. Die Fortbildungen laufen derzeit parallel weiter, so die Stadt. Es soll dabei unter anderem um Selbstverteidigung und Deeskalationstaktiken gehen.

Wie wird nun gegen den Angreifer ermittelt? "Bei Übergriffen gegenüber dem Ordnungsamt wird ermittelt wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt", so Polizeisprecher Michael Franz am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Es handle sich um einen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen, ein im Strafrecht als Offizialdelikt bezeichneter Vorgang. Damit ist auch der Tatbestand Körperverletzung abgedeckt: Ein Strafantrag des Geschädigten sei zugleich gestellt, so Franz.

Was ist mit dem Mitarbeiter der Stadt? "Die Verletzung war leicht", sagt Nicole Fulgenzi. Der Mitarbeiter habe am nächsten Werktag ärztlichen Rat eingeholt und habe heute, fünf Tage danach, noch frei.

Kommt so etwas häufiger vor? Ganz klar nein: "Der Vorfall war der erste seiner Art", erklärt Nicole Fulgenzi. Der Kommunale Ordnungsdienst sei in den ersten paar Wochen fünf Mal allein am "Leo" in der Altstadt im Einsatz gewesen. Jahreszeitlich bedingt variiere der Anteil der Arbeit im Außendienst naturgemäß stark. "Regelmäßig unregelmäßig zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten", so Fulgenzi. Genauer beschreibt die Stadt das bewusst nicht, um zu vermitteln: Er könnte jederzeit überall auftauchen.

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