Pilzbefall als Grund

150 Jahre alte Esche muss gefällt werden

Der Kreis Recklinghausen kündigt die Fällung der 150 Jahre alten Esche am Kreisverkehr von Engellaustraße und Westring an. Wieder hat ein Pilzbefall einem Baum den Todesstoß gegeben. Diesmal sogar einem besonderen. Denn diese Esche ist ein Naturdenkmal.

Die stolze Esche an der Engellaustraße in Castrop muss gefällt werden. Der 150 Jahre alte Baum - seit 2003 als Naturdenkmal anerkannt - weist einen starken Pilzbefall auf. Wieder hat das Eschentriebsterben, auf das Grünflächenamts-Chef Klaus Breuer schon 2016 im Umweltausschuss hinwies, ein neues Opfer gefunden. Nach und nach, so hatte Breuer angekündigt, könnte der Pilz unter Umständen sämtliche Eschen der Stadt befallen. Neben der Esche sind auch die Kastanie (durch die Miniermotte) und die Ulme in ihrer Zukunft in der Region massiv gefährdet.

Wie der zuständige Kreis Recklinghausen am Donnerstag mitteilte, sei die Krone der Esche an der Engellaustraße bereits stark geschädigt, einzelne Äste drohen aus dem Baum zu brechen. Das kann man bei Betrachtung des Baums vor Ort nur bestätigen. "Aus Verkehrssicherungsgründen gibt es keine Alternative", betont der Fachdienst Umwelt beim Kreis Recklinghausen denn auch, dass man um die Fällung nicht herum käme.

Eine Fachfirma wird deshalb am Samstag, 24. März, mit der Motorsäge anrücken. Die Arbeiten starten um 6 Uhr und sollen gegen 9 Uhr beendet sein. Der Kreisverkehr am Westring/Engellaustraße muss daher kurzfristig in den Morgenstunden teilweise gesperrt werden.

Doch die Esche soll nicht ersatzlos fallen. Noch in diesem Jahr, so betont es der Kreis, soll an gleicher Stelle für Ersatz gesorgt werden. Es sei beabsichtigt, dort eine Winterlinde neu anzupflanzen. Gegen eine neue Esche spräche das Risiko, dass auch sie wieder an dem Pilz erkranke.

Das Eschentriebsterben wird durch einen Pilz ("Falsche weiße Stängelbecherchen") verursacht, der zunächst die jungen Triebe absterben lässt und sich dann auf Äste und Stamm ausbreitet. In den letzten Jahren hat der Pilz, der sich über den Wind ausbreitet, große Teile der Eschen-Bestände in Europa erfasst - regional unterschiedlich sind bis zu 90 Prozent der Eschen bereits befallen. Daher sprechen Fachleute auch vom "Eschensterben".

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